Serien-Tipps der Woche: „ZeroZeroZero“, „Unorthodox“ und „Ozark“

Kultur

Eine neue Mafia-Serie nach Roberto Saviano, Deborah Feldmans Roman-Verfilmung bei Netflix und Staffel 3 von „Ozark“. Unsere aktuellen Streaming-Tipps für die Isolation.

Auf der Suche nach neuem Material für den nächsten Bingewatching-Marathon? Der KURIER hat sich drei Serien genauer angesehen.

„ZeroZeroZero“: Kampf um das weiße Gold

Die Schweine quieken und schmatzen, und Stück für Stück verschwindet der eben ermordete Mafioso.

„ZeroZeroZero“, die neue Mini-Serie auf Sky, ist definitiv nichts für schwache Nerven. Die Handlung beruht auf dem gleichnamigen Buch von Roberto Saviano, der mit „Gomorrha“ bereits die Vorlage für eine höchst erfolgreiche Mafia-Serie geliefert hatte (und seit dem Erscheinen seines Aufdeckerwerks 2006 unter Personenschutz steht). Regie führte bei beiden Projekten u. a. Stefano Sollima.

Die neue achtteilige Produktion erzählt anhand von drei Handlungssträngen vom internationalen Kokainhandel, von Intrigen und Gewalt.

In den Wäldern Kalabriens lebt der grimmige Mafiaboss Don Minu (Adriano Chiaramida) versteckt in einem Bunker. Um zu alter Macht zurückkehren, verspricht er seinen Leuten eine beträchtlich Lieferung mit „weißem Gold“. Enkelsohn Stefano sägt jedoch schon am Thron des Großvaters und sabotiert das Vorhaben.

In Mexiko werden derweil Jalapeño-Konserven präpariert, auf deren Boden das Kokain geschmuggelt wird. Der religiöse Manuel (Harold Torres), Kommandant einer Militär-Spezialeinheit gegen Drogenhandel, arbeitet als Maulwurf selbst für die Mafia. Um seine Ziele zu erreichen, ist ihm jedes Mittel recht, und wenn es besonders brutal wird, setzt er sich die Kopfhörer auf, um einer Predigt zu lauschen.

Die Verwendung ist nur bei redak/Sky/Patti Perret

Ist zu allem fähig: Maulwurf Manuel (Harold Torres)

In New Orleans versucht die ehrgeizige Geschäftsfrau Emma Lynwood (Andrea Riseborough), die Reederei ihrer Familie am Leben zu erhalten – zur Not auch mit Drogenlieferungen. Ihr Bruder Chris (Dane DeHaan), der an einer tödlichen Erbkrankheit leidet, soll ihr dabei helfen – hier liegt der wohl facettenreichste Teil der Geschichte.

Auch wenn die Protagonisten von „ZeroZeroZero“ über den halben Globus verteilt sind – jede Entscheidung hat Konsequenzen für die anderen. Die Serie ist langsam erzählt, mit einer düsteren Grundstimmung, kühler Farbgebung und Unheil versprechender Musik. Große Überraschungen halten die Charaktere zwar nicht bereit, die packende Erzählweise und die bildgewaltigen Landschaftsaufnahmen überzeugen jedoch. (Nina Oberbucher)

Info: „ZeroZeroZero“ ist bei Sky zu sehen

Die Verwendung ist nur bei redak/Sky/Patti Perret

Riskieren für das Familienunternehmen: Die Geschwister Chris (Dane DeHaan) und Emma Lynwood (Andrea Riseborough)

„Unorthodox“: Mehr als eine Gebärmaschine sein

Der Antisemitismus und die Gräueltaten der Nazis werfen immer noch Schatten. Vergessen wird nie.
Und die Toten leben weiter. Auch an einem Berliner Kinderspielplatz, wo sich einst eine Tragödie abgespielt haben soll.

„Willst du unter all den Toten dein Kind großziehen?“, fragt der unberechenbare Moishe (Jeff Wilbusch) seine Cousine Esty (Shira Haas), als sie auf dem Spielplatz stehen. Nach einer intensiven Diskussion legt er ihr eine geladene Pistole hin. Mit der Bitte, sie möge entweder mit ihrem Ehemann Yakov (Amit Rahav) zurück nach Brooklyn gehen, oder ihrem Leben doch selbst ein Ende setzen, um nicht ewig die „verwirrte Jüdin“ zu bleiben, die auf „Gottes Gericht“ wartet.

Es ist eine Schlüsselszene in der vierteiligen Miniserie „Unorthodox“ (Regie: Maria Schrader), die die reale Emanzipationsgeschichte der Autorin Deborah Feldman fiktionalisiert erzählt. Als Flucht von der ultraorthodoxen Gemeinde, …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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