Siegfried + Roy: Wurde der wahre Grund für die Tiger-Attacke vertuscht?

Kultur

Siegfried Fischbacher, 79, und Roy Uwe Ludwig Horn, 74, besser bekannt als Siegfried und Roy, wurden durch ihre Zaubershows in den 90ern weltberühmt. Doch ein Moment überschattet bis heute alles – und beendete am 3. Oktober 2003 völlig unerwartet ihre Bühnenkarriere. Ausgerechnet an Roys 59. Geburtstag fiel Tiger Mantacore während eines Auftritts in Las Vegas über ihn her, verbiss sich in seinem Hals.

Die Raubkatze habe nur helfen wollen, weil der Magier einen Schlaganfall erlitten habe. Eine reine Instinkthandlung, so die offizielle Geschichte. Doch einer weiß, was wirklich in dieser schicksalhaften Nacht passiert ist: Chris Lawrence, Mantacores Tierpfleger.

Siegfried + Roy: Wieso griff Tiger Mantacore an?

Über 15 Jahre lang hatte Chris Lawrence geschwiegen. Er leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung, kann die Bilder einfach nicht vergessen. Mantacore – 180 Kilogramm schwer, zwei Meter lang – stürzte sich auf den Magier, schliff seinen bewusstlosen Körper von der Bühne. Das alles vor den Augen der 1500 Besucher der Show. Als Pfleger war er verantwortlich für die Wildkatze, empfahl Roy sogar im Vorfeld, die Show mit dieser durchzuführen. „Auch wenn Roy die Narben davongetragen hat, haben auch andere im Nachhinein leiden müssen“, stellt er heute klar.

Heute spricht sich der Tierpfleger offen gegen die offizielle Geschichte des Angriffs aus. Der Tiger, der dem Menschen helfen wollte – nur ein Versuch, die Marke, die Siegfried und Roy aufgebaut hatten, zu schützen. Immerhin brachte ihre Las-Vegas-Show allein rund 40 Millionen Euro im Jahr ein. Tatsächlich habe sich Roy auf der Bühne mehrfach falsch verhalten und Mantacore somit provoziert. Dann griff er an.siegfried-roy-mantacore

Staatliche Untersuchung bestätigt die Aussagen des Pflegers

Zwei Jahre lang führte das US-Ministerium für Landwirtschaft eine Untersuchung des Tiger-Angriffs durch. In den Zuständigkeitsbereich der Behörde fallen auch exotische Tiere. Die Ergebnisse stützen die Aussagen von Chris Lawrence. Und es gibt offenbar einen großen Personenkreis, der die offizielle Erklärung der Magier ebenfalls für einen bloßen Zaubertrick hält. „Schon zur Zeit des Unfalls wurde ihre Geschichte stark angezweifelt“, so Norm Clarke, Kolumnist des „Las Vegas Review-Journal“, „Es war allen klar, dass sie ihre Tiere nicht dämonisieren wollten, gehörten sie doch zu Familie.“

Auch Lawrence hegt keinen wirklichen Groll gegen Siegfried und Roy. Das Statement der beiden sei nachvollziehbar gewesen. Schließlich wollten sich die beiden immer als die „Meister des Unmöglichen“ darstellen, die eine tiefe Bindung zwischen den Spezies herstellen konnten. Allem Anschein nach, war diese Bindung aber seit Jahren vernachlässigt worden. „Viele der Pfleger fanden, dass Roy die Tiere eher wie Requisiten betrachtet“, verrät Chris Lawrence. Gut acht Jahre hatte er für die Illusionisten gearbeitet, konnte miterleben, dass Roy immer weniger Kontakt zu den Großkatzen hatte. Doch genau dieser ist wichtig – ja, sogar überlebenswichtig. „Ich bin mir sicher, dass es zu dem Angriff kam, weil Roy Mantacore mehr und mehr vernachlässigte.“So geht es ihm 15 Jahre nach dem Tiger-Unfall

Wie ging es nach dem dramatischen Unfall weiter?

„Es macht mich fertig und löst große Schuldgefühle in mir aus“, gesteht Chris Lawrence …read more

Source:: Gala.de

      

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