Song von Gigi D’Agostino wieder in den Charts: Wie die Radios reagieren

Kultur

Nach der Aufregung um rechtsextremes Gegröle zu „L’Amour toujours“: Ö3 spielt den Song trotz Charterfolg nur kurz an, bei kronehit ist er auf Veranstaltungen noch ungern gesehen.

Nachdem ein Video viral ging, in dem betuchte junge Partygäste auf Sylt zu „L’Amour toujours“ einen neuen Text grölten („Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“) wurde der Song von DJ Gigi D’Agostino zu einer rechtsextremen Chiffre und damit auch zum Problem für heimische Radiosender, die in der Zwickmühle steckten. Einerseits will man diesen rechtsradikalen Parolen keinen Vorschub leisten, keinen Nährboden liefern. Andererseits: Was kann der Künstler, das Lied dafür, dass von einem paar Unbelehrbaren missbraucht wird?

Die Zwickmühle verschärfte sich dadurch, dass der Song wegen der erhöhten Aufmerksamkeit zurück in die Charts kam. Er stieg in den „Top-40“ auf Platz 17 wieder in die Hitparade ein. Ö3 und kronehit gehen – nach ihren Bekenntnissen, den Song nicht mehr spielen zu wollen, und der folgenden medialen Aufregung um angebliche Cancel Culture – unterschiedlich mit dieser Situation um.

Beide Sender hatten auf KURIER-Anfrage gesagt, den Song nicht mehr spielen zu wollen. Nach der Chartplatzierung nun wählte Ö3 einen Mittelweg: Im Rahmen der Ö3-Austria Top 40 (am 4. Juni) wurde „L’Amour Toujours“ nur angespielt und dazu erklärte die Moderatorin, warum der Song nach 20 Jahren wieder in die Charts eingestiegen ist und der Song gerade Schlagzeilen macht. „Die Chartplatzierung wird in der ORF-Berichterstattung journalistisch kontextualisiert“, so die Auskunft der Pressestelle. Aber „der Titel war seit längerem und ist derzeit nicht auf den Playlists von Ö3 und den Regionalradios“.

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Auf kronehit ist der Song zurückgekehrt – und zwar maximal ein, bis zweimal in der Woche, so Georg Spatt auf eine KURIER-Anfrage am Freitag. Damit wird die Nummer ähnlich oft gespielt wie vor dem Vorfall auf Sylt. Bei von Kronehit unterstützen Veranstaltungen sollte die Nummer aber weiterhin nicht gespielt werden, so der Wunsch von Georg Spatt. Verbieten kann er es den DJs aber natürlich nicht.

„Wir haben das intern länger diskutiert und sind zum Entschluss gekommen, das Lied von Gigi D’Agostino aus der Playlist zu nehmen, da die Nummer von ein paar Schwachköpfen missbraucht wird“, hatte Spatt am 29. Mai dem KURIER gesagt. 

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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