Steven Spielberg enttäuscht mit „Disclosure Day – Tag der Wahrheit“

Kultur

Und es gibt sie doch, die Außerirdischen. Steven Spielberg ist dorthin zurückgekehrt, wo er 1977 mit „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ aufgehört hat: beim menschlichen Kontakt mit den Aliens. Wie nett sie sein können, wissen wir spätestens seit Spielbergs herzigem  Glatzkopf „E. T.  – Der Außerirdische“ (1982). Wie böse die Menschen sind, auch: Nur in letzter Sekunde kann sich E. T.  vor den feindlichen Erdbewohnern ins Mutterschiff retten und ins All zurückkehren. 

Dass nicht allen Aliens rechtzeitig die Flucht gelang, erzählt nun Spielbergs überlanger  Sci-Fi-Blockbuster „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“: Dort sind die Außerirdischen mitten unter uns. Das weiß nur leider niemand, weil sie von den Mitgliedern einer Geheimorganisation, die dem Pentagon nahe steht,  gefangen gehalten, versteckt und für wissenschaftliche Versuche missbraucht werden. Doch das soll sich ändern – am „Disclosure Day“: An diesem Tag wollen  zwei Auserwählte – der Computer-Hacker Danny und die Wettermoderatorin Margaret – der Welt von den Aliens und ihrem traurigen Schicksal erzählen.

Steven Spielberg ist  mit Klassikern wie „Der weiße Hai“, die „Indiana Jones“-Reihe oder „Schindlers Liste“ ein  Fixstern am Himmel Hollywoods. Er gilt als der kommerziell erfolgreichste Regisseur aller Zeiten und schlägt sogar James Cameron. Aber selbst Spielberg  hat Flops gedreht – wie etwa zuletzt „West Side Story“. Und auch „Disclosure Day“ könnte so ein „Tag der Wahrheit“ werden.

Schwerfällig

Schwerfällig ackert sich Spielberg durch seine typischen  Themenfelder: Er reißt den Graben des Misstrauens gegenüber staatlichen Autoritäten auf, stellt Fragen nach Humanismus und  Göttlichkeit – und plädiert, wie schon bei „Close Encounters“, für eine unvoreingenommene Kommunikation mit dem Unbekannten – den Außerirdischen. Seine Anliegen fühlen sich allerdings weniger brennend, als vielmehr wie Schnee von gestern an, zumal die Aliens mit ihren ballongroßen Köpfen und den schwarzen Mandelaugen aussehen wie angestaubte Klassiker aus hundert Jahren Ufologie. 

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Auch der gefühlvolle Tiefgang, für den das  Spielberg-Kino so berühmt ist, will sich nicht recht einstellen: Josh O’Connor, in leisen Filmen ein hervorragender Schauspieler, kann sich als etwas lethargischer Actionheld Danny nicht recht durchsetzen; auch Emily Blunt, fast immer umwerfend, bekommt  als Margaret nicht genügend Profil für emotionale Fallhöhe.

Altmodisch

Im Herzen  von Spielbergs Sci-Fi-Saga schlägt ein altmodischer Verschwörungsthriller. Dessen Strippenzieher heißt Noah Scanlon und wird von Colin Firth mit der Eleganz eines Opernbesuchers gespielt.   Scanlon  ist auf der Jagd nach einem  „Dingsda“,  dessen Name  auch der  Wettermoderatorin Margaret nicht gleich einfällt: Das „Thingy“, wie sie es nennt,  sieht aus wie eine Art Wetzstein – und wer es in den Händen hält, bekommt spezielle Kräfte. Gestohlen hat es Danny, der sich nun mit  seiner Freundin, einer Ex-Nonne, auf der Flucht vor Scanlon befindet.

Margaret wiederum steht währenddessen vor der Kamera einer TV-Station  in Kansas City und will das Wetter ansagen. Doch statt „Heiter bis wolkig“ bringt sie nur klackernde Geräusche heraus, die so klingen, als würde ein Specht gegen ihre Stimmbänder klopfen. Das liegt daran, dass ihr in der Früh beim Kaffee ein roter Vogel erschienen ist und ihr tief ins Auge blickte. Daraufhin kann Margaret in Zungen reden und fließend Russisch und Koreanisch parlieren.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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