„That’s Life“: So wird das neue Sinatra-Musical

Kultur

Das Stück hatte am Mittwoch Weltpremiere und ist am 27. 2. in Österreich zu sehen. Der KURIER war dabei.

„Es heißt: Wenn die Generalprobe daneben geht, wird die Premiere umso besser“, sagt Oliver Forster, Produzent u. a. von Falco-, Michael-Jackson- und Tina-Turner-Musicals. „Das trifft jedenfalls auf unser Sinatra-Musical zu.“

Er war „The Voice“: Frank Sinatra (1915-1998) ist jetzt zurück auf der Bühne mit dem Originalsound der Swing-Ära: „That’s Life“ – Welturaufführung war am Mittwoch im Theater am Potsdamer Platz in Berlin – präsentiert die Karriere des Entertainers von Anfang der 40er-Jahre bis 1971, als er zum ersten Mal seinen Abschied von der Bühne ankündigen ließ, in für eine Tournee-Produktion erstaunlich abwechslungsreichen Bühnenbildern via Videoleinwand.

Swing und Mafia

Erzählt wird über drei seiner vier Ehen mit Nancy Barbato, Ava Gardner oder Mia Farrow und über die Auftritte des legendären „Rat Pack“ in Las Vegas mit Dean Martin auf Whiskey-Diät und Sammy Davis Jr., dessen Markenzeichen der Stepptanz war.

„Me And My Shadow“ singt das Trio. „Im Herzensbrechen waren sie immer gut. Auch wenn es ihre eigenen waren“, so Stefan Warmuth.

Für den Buchautor und Regisseur liegt der Jahrhundertsänger, der 150 Millionen Platten verkauft und in fast 60 Filmen mitgespielt hat, als Musical-Thema „wie der Elfmeter vor dem leeren Tor“.

„Wir lassen Sinatra sympathisch erscheinen, aber – das ist das Salz in der dramaturgischen Suppe – verschweigen auch nicht die Schattenseiten der glänzenden Karriere eines maßlosen Ehrgeizlings wie seine Beziehungen zu Mafia und Politik.“

„Come Fly With Me“ ist der erste von rund 30 Songs in der dreistündigen Show, in der es der Schotte Tam Ward schafft, das Feuer der Frankie-Boy-Nostalgie zu entfachen – nicht nur als Lookalike Sinatras, der dreimal in Österreich aufgetreten ist, sondern auch mit baritonal beeindruckender Stimme.

„Ich habe seinen Gesangsstil genau studiert“, sagt Tam Ward, der den älteren Sinatra auf englisch spielt, im KURIER-Interview. „Seine Tricks, seine Atemtechnik, seine Eigenart, lange Bögen zu singen, und seine rhythmischen Finessen. Aber statt ihn zu kopieren, bringe ich Spontaneität als Element ein.“

Er habe einsehen müssen, keine Stimme für Pop oder Rock’n’Roll zu haben. Aber für einen Crooner sei sie perfekt. Als Protagonist der Londoner West End-Show „The Rat Pack live from Las Vegas“, die durch Großbritannien, Europa und die USA tourte, spielte Ward bereits mehrere Jahre die Sinatra-Rolle. Und wer die Augen schließt, glaubt tatsächlich Ol‘ Blue Eye selbst mit seinem einzigartigen Timbre oder eine seiner Aufnahmen zu hören.

Einen Hauptdarsteller zu finden, der dem Original gesanglich und optisch möglichst nahe kommt, war in diesem Fall schwieriger als sonst. Forster: „Bei Michael Jackson hatten wir 20 Bewerber in der engeren Wahl, bei Frank Sinatra nur drei.“

Weniger stimmstark: Janko Danailow, der den jungen impulsiven Sinatra spielt und dabei „kein Imitator“ sein will und als „großer Swing-Fan“ trotzdem glaubt, mit seinen Song-Interpretationen „sehr nah dran“ am Vorbild zu sein.

Rumpelstilzchen

Der Italo-Amerikaner mit den blauen Augen aus Hoboken, New Jersey, war ein hemmungsloser Womanizer: Marlene Dietrich soll nach einer kurzen Affäre über ihn gesagt haben: „Frank Sinatra ist der Mercedes-Benz unter den Männern.“

Er wollte mit allen Mitteln …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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