„Things Heard & Seen“: Szenen einer Ehe zwischen Hölle und Geisterwelt

Kultur

Amanda Seyfried in Netflix-Mystery-Thriller: „Things Heard & Seen“ verspricht viel und hält zuwenig.

Das Familienidyll ist perfekt. Fescher, erfolgreicher Mann, smarte, hinreißende, junge Frau, entzückende Tochter. Eine glückliche Familie wie sie im Buche steht. Bei der Geburtstagsfeier der Tochter allerdings verabschiedet sich die Ehefrau unauffällig aufs Klo und steckt sich dort den Finger in den Mund.

Ganz so glücklich scheint sie doch nicht zu sein.

Umso weniger, als sie ihren Job in Manhattan aufgeben muss, um mit ihrem Mann aufs Land zu übersiedeln, wo er einen Job als College-Professor angenommen hat. Ihre beste Freundin kann da nur mit den Augen rollen.

Dabei ist es Amanda Seyfried, die mit ihrem ausdrucksstarken, tollen Augenspiel ganze Gefühlspaletten durchschalten kann. Als unglückliche Catherine hat sie bald viel Gelegenheit dazu, denn im neuen Haus am Land spukt es. Nicht viel, aber immer wieder.

Das Mystery-Drama des Regie-Ehepaars Robert Pulcini und Shari Springer Berman („American Splendor“) beruht auf einer Buchvorlage und verspricht einen schaurigen Neo-Goth-Thriller mit „Haunted House“-Grusel und feministischem Twist.

Pretty Boy

Die Voraussetzungen dafür stehen gut, zumal der Horror anfänglich schleichend durch die Hintertür eines Ehedramas eindringt.

Wo zuerst die Liebe fehlt, füllt sich das Vakuum bald mit leisem Schrecken.

Zuerst will man die Schieflage nicht wahrhaben, denn Pretty Boy James Norton als Kunstgeschichteprofessor scheint der Inbegriff des begehrenswerten Ehemanns. Auf dem College liegen ihm die Studierenden zu Füßen. Catherine hingegen hängt nervös alleine im Haus herum und findet seltsame Spuren ihrer Vormieter.

Als Szenen einer Ehe mit verstörenden Untertönen, kompetent inszeniert und bis in die Nebenrollen bestens besetzt, funktioniert „Things Heard & Seen“ anfänglich wie geschmiert. Allein, die Gespensterhausgeschichte will nicht zünden: Nur weil manchmal die Nachttischlampe zuckt, kommt noch lange kein Grusel zustande. Viel zu früh auch liegen alle Karten auf dem Tisch und man fragt sich: „Wo bleiben die Geister, wenn man sie ruft?“

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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