Trenklers Tratsch: Nepotismus auf der Klaviatur der Kunst

Kultur

Österreichische Kunst im Parlament: Es sollte wohl Wolfgang Sobotka getroffen werden. Aber es traf Hans-Peter Wipplinger.

Ein Fall von langer Leitung: Am 1. Juli informierte das Parlament die Öffentlichkeit über die künftigen Kunstwerke im sanierten Gebäude – und nun, fünf Monate später, skandalisiert „Der Standard“ das Projekt prominent auf Seite 2 (Ausgabe vom 24. November).

In der Parlamentskorrespondenz war zu lesen, dass es neue Werke u. a. von Erwin Bohatsch, Peter Kogler, Brigitte Kowanz, Constantin Luser, Peter Sandbichler, Eva Schlegel, Esther Stocker und Heimo Zobernig zu sehen geben werde. Als Ergänzung wurden Installationen von Peter Weibel und Heimrad Bäcker ausgewählt: „Ihre Beiträge sind der Erinnerung an die dunkelste Zeit der österreichischen Geschichte im Nationalsozialismus gewidmet.“ Die Kosten würden sich auf 1,8 Millionen Euro belaufen: „Das sind knapp 0,5 % des Gesamtvolumens der Sanierung.“

 

Eigentlich eine feine Sache, mit der niemand ein Problem hatte. Endlich wieder einmal Kunst am Bau! Und warum soll die Demokratie nicht von kritischen Geistern hinterfragt werden? Aber nun stößt man sich daran, dass Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) den Kurator direkt beauftragte. Er hat aber keine Richtlinie verletzt und befindet sich in bester Gesellschaft: Auch seine Vorgängerinnen Doris Bures und Barbara Prammer (beide SPÖ) beauftragten Kuratoren direkt. Hans-Peter Wipplinger, Direktor des Leopold Museums, stellte z. B. in den Jahren 2014 und 2015 Ausstellungen im Parlament zusammen.

Nun erarbeitete er, mit Zustimmung der Privatstiftung Leopold (Vorsitz: Ex-SPÖ-Minister Josef Ostermayer), das Konzept für die Kunst im Parlament. Laut Standard erhielt er dafür 80.000 Euro. Aber er beschäftigte seine Lebenspartnerin Susanne Längle als Projektmanagerin. Nicht Sobotka hat daher ein Problem, sondern Wipplinger. Mit Nepotismus.

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Sobotka mag herrisch auftreten, ist aber kein „Sonnenkönig“, wie Standard und FPÖ meinen: Die Kunst können alle sehen, die als Schüler oder Touristen das Parlament besuchen. Im Gegensatz zum Büro, das sich Claudia Schmied (SPÖ) einst vom direkt beauftragten Peter Noever einrichten ließ …

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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