TV-Spektakel in Kitzbühel: Auf der Suche nach den perfekten Bildern

Kultur

Regisseur Michael Kögler setzt die Abfahrt in Kitzbühel mit 50 Kameras und vielen Spezialeffekten in Szene. In diesem Jahr kommen erstmals zwei Drohnen zum Einsatz.

Schneefall ist normalerweise nicht der beste Freund von Michael Kögler. TV-Regisseure wie er haben bei ihren Sportübertragungen gerne einen blauen Himmel und Sonnenschein, Postkartenwetter lässt die Fernsehbilder nun einmal in einem viel besseren Licht erscheinen.

Als Kögler aber am Mittwoch auf die Streif blickte, war er erleichtert über den Neuschnee, der in Kitzbühel einen Hauch von Winterstimmung aufkommen ließ. „Der fehlende Schnee war für mich echt ein Problem. Ich habe mir die letzten Tage schon überlegt, wie wir es am besten anstellen, dass man bei der Übertragung nicht überall im Hintergrund die grünen Wiesen sieht.“

Michael Kögler ist gerade wieder ganz in seinem Element. Die Übertragung der berühmten Hahnenkammabfahrt ist für den Niederösterreicher Herausforderung und Prestigeangelegenheit zugleich. Seit 1987 ist Kögler auf der Streif im Einsatz, zum neunten Mal ist der 58-Jährige als Chef-Regisseur der Herr der spektakulären Bilder, die um die Welt gehen.

„Was Wimbledon für Tennis und Monte Carlo für die Formel 1, das ist Kitzbühel für den Skisport. Da geht einfach nichts drüber“, sagt Kögler. 50 Kameras hat der ORF für dieses Rennen auf und neben der Streif postiert, nur bei den olympischen Biathlonbewerben, die übrigens ebenfalls unter der Regie von Kögler in Szene gehen, kommen mehr Kameras zum Einsatz. „Beim Fußball-WM-Finale in Katar hatten sie nur 42“, erzählt der Niederösterreicher.

ORF/Roman Zach-Kiesling

Michael Kögler ist ständig auf der Suche nach den perfekten Bildern und den packendsten Szenen. „Du denkst dauernd darüber nach, wie du die Abfahrt und die Läufer am besten darstellen kannst. Dieses Tempo, die Steilheit, die Gefahr“, sagt der Regisseur. Die moderne Technik hilft ihm dabei, immer wieder neue Akzente setzen zu können.

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In diesem Jahr sind erstmals auch zwei Kameradrohnen im Einsatz. „Um Gottes willen“, werden manche Skifans denken. Marcel Hirscher wäre seinerzeit beim Slalom in Madonna di Campiglio einmal beinahe von einer abstürzenden Drohne erschlagen worden.

Die Drohnen, die über der Streif herumflitzen, surren wie eine Hummel und sind auch nicht viel größer. „Das sind sogenannte Race-Drohnen. Die haben keine 400 Gramm“, sagt Michael Kögler. Die beiden „fliegenden Kameraleute“ steuern die Spezialgeräte mithilfe einer virtuellen Brille und rasen den Abfahrern im untersten Streckenabschnitt der Streif mit 140 km/h hinterher. „Das werden tolle Aufnahmen“, sagt der Experte.

Und genau darum geht es Michael Kögler. Er will mit seinen Bildern den Zuschauern vermitteln, was die Abfahrer in Kitzbühel leisten. Welchen Gefahren sie sich auf dieser Strecke aussetzen und welche Gladiatoren der Moderne sie doch alle sind. „Für mich sind das die am meist unterschätzten Athleten. Das Ziel von meinem Team und mir ist es, rüber zu bringen, was die da in Kitzbühel machen.“

Das funktioniert nicht immer und überall so, wie es der Perfektionist gerne hätte. Die Mausefalle, mit einem Gefälle von 85 Prozent die steilste Stelle der Streif, wirkt in den TV-Bildern bei Weitem nicht so wild wie in natura. „Wenn man dort als Zuschauer steht und runter schaut, dann hat man Angst. Im Fernsehen kann man es …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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