Unterhaltungschef Gastinger: „Gibt bei ServusTV keine Denkverbote“

Kultur

Der Programmmacher über den Umstieg von ATV, das neue Format „Heimat Sterne“, Willi Gabalier und Pläne für Samstagabend-Shows

Seit Ende 2018 ist Ex-ATV-Boss Martin Gastinger (53) bei ServusTV. Als Unterhaltungschef kreierte er die Österreich-Version von „Bares für Rares“, macht er damit Willi Gabalier zum Sendergesicht und bringt in „Die Nachfolger“ den Unternehmer-Nachwuchs, statt wie bei ATV den von Teenagern, auf den Schirm. Und vielleicht auch bald mehr Shows …

KURIER: Herr Gastinger, Sie sind seit Ende 2018 Unterhaltungschef von ServusTV. Davor, als ATV-Geschäftsführer, waren Sie bekannt als einer, der ständig neue Fernseh-Formate, mitunter auch umstrittene, erfindet, die zum Teil sogar international verkauft werden. War ServusTV nicht eine grobe Umstellung für Sie?

Martin Gastinger: Nein, warum? Ein Tischler kann, hoffentlich, auch mehr als nur eine Art von Sessel bauen. Ich hänge nicht an einem Genre, ganz im Gegenteil. Ich bin seit dreißig Jahren Programmmacher, ich liebe es, mir Programme auszudenken und zielgerichtet zu entwickeln.  Heute braucht ein Sender Profil und Marken, um vom Publikum wahrgenommen zu werden. Da sollte halt ein Programmacher –  wie ein Tischler auch – schon wissen, was er tut und braucht. Das Fernseh-Publikum denkt heute ja nicht mehr in TV-Kanälen. Es geht um Köpfe, um Programmideen oder Sendungsthemen, es geht um eine gewisse Unverwechselbarkeit des Senders: Die Leute schalten heute ServusTV u. a. ein, weil sie Willi Gabalier sehen wollen, oder, um die Konkurrenz zu nennen, Armin Assinger, oder weil sie gern Fritz Karl mögen. In dieser Vielfalt an Sendern, die nicht wenige überfordert, sind Marken und Köpfe ein Anker fürs Publikum. Das haben wir auch bei meinem alten Sender recht erfolgreich gemacht. Deshalb konnte alles zusammen verkauft werden, die von mir entwickelten Formate, die es heute noch gibt, inklusive.

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Elke Kleindinst/Elke Kleindinst/ServusTV

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Eine Ihrer ersten Taten war deshalb eine Österreich-Version von „Bares für Rares“?

Die Marke ist in Österreich äußerst beliebt. Das wussten und wissen wir, weil wir seit Jahren die deutschen Ausgaben mit ROMY-Preisträger Horst Lichter über den Nachmittag und im Vorabend ausstrahlen. Dieses Format ist sympathisch und funktioniert auf der ganzen Welt: „Bares für Rares“ wurde nach Australien verkauft, läuft in England, geht extrem erfolgreich in Frankreich oder auch in Holland. Es war aber ein gewisses Wagnis, auch in den Augen des Lizenzgebers ZDF, dass ServusTV als erste Sender überhaupt dieses Format zur Abendshow mit 90 Minuten Länge gemacht hat – und das mit Erfolg: „Bares für Rares“ läuft mit um die 170.000 Zuseher am Sonntagabend. Wie wir das umsetzen, hat über die Grenzen interessiert und ich war im Februar noch in London, um darüber zu referieren. Es war eine Überraschung für viele, dass es nicht nur eine Nachmittagsendung ist, sondern auch für die Sonntagabend-Prime-Time.

Es gab ja einen Wechsel in der Moderation der österreichischen Ausgabe.

Mit Willi Gabalier geben wir der Show nun einen ganz eigenständigen Charakter. Dass „Bares für Rares“ eine tolle Marke ist, ist das eine. Sie muss aber auch für den Sender zur Marke werden. Mit einem Moderator wie Willi Gabalier …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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