Viel Applaus für die erste Salzburger Opernpremiere

Kultur

„Elektra“ von Richard Strauss zum Auftakt der Festspiele in der Felsenreitschule – der erste Eindruck.

Nach knapp zwei Stunden gab es viel Applaus, von einigen Besuchern sogar Jubel und Standing Ovations in der Felsenreitschule. Dieser galt wohl zumindest Zweierlei:

Dem Faktum, dass die Salzburger Festspiele trotz Corona überhaupt stattfinden – der Einlass inklusive Ausweiskontrolle klappte gut, die Abstandsregeln in den gar nicht schlecht gefüllten Reihen dürften eingehalten worden sein, zahlreiche Gäste folgten der über Lautsprecher eingespielten Bitte von Buhlschaft Caroline Peters, die Masken auch während der Vorstellung aufzubehalten; und einer exzellenten Neuproduktion der Oper „Elektra“, die schon allein aufgrund der Tatsache, dass es sich dabei um das erste gemeinsame Bühnenwerk zweier Festspielgründer (Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal) handelt, eine gute Wahl anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums ist.

Franz Welser-Möst beeindruckt am Pult der fabelhaften Wiener Philharmoniker mit einer kraftvollen, immer wieder aber auch lyrischen Gestaltung dieses Werk, das bei seiner Uraufführung 1909 in Dresden weit in die Moderne griff, sich aber zwischendurch so berührend zurückerinnert an die Romantik.

Die Besetzung ist erstklassig: Ausrine Stundyte ist eine präzise, höchst intensive, darstellerisch phänomenale Elektra. Asmik Grigorian, die zuletzt als Salome in Salzburg triumphiert hatte, spielt und singt Elektras Schwester Chrysothemis ebenso gut. Tanja Ariane Baumgartner ist besonders ausdrucksstark, stimmlich beeindruckend in allen Lagen und eine Idealbesetzung für die Klytämnestra, Derek Walton ein stimmlich guter Orest, dem man die Neurosen wegen all der Familientragödien ansieht.

Womit wir schon bei der Inszenierung von Krzysztof Warlikowski wären: Sie ist eine kluge psychologische Studie und zeigt wunderbar die Beziehungen der Protagonisten zueinander. Das Bühnenbild (Malgorzata Szczesniak) kontrastiert sehr schön den Palast von Mykene mit der Kälte des Innenhofes, in dem Elektra wie ein wildes Tier gehalten wird.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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