Warum James-Bond-Start im Herbst „besser für die Kinos“ sein könnte

Kultur

Branchensprecher: Es macht „keinen Sinn, Bond mit 50 Prozent Auslastung zu spielen“.

Die Kinos, so hieß es zuletzt, knüpfen ihre Aufsperr- und Einnahmenhoffnungen an den Spion ihrer Majestät: Der für April geplante Kinostart des neuen James-Bond-Films „Keine Zeit zu sterben“ war jener Zeitraum, den die Betreiber anvisierten (und den es zu überstehen galt).

Nun aber hat sich die Situation verändert – die Mutation stellt neue Fragen bezüglich Kulturöffnung. Und der Bond-Termin ist ins Wackeln geraten: In den USA spricht man schon von einer Verschiebung auf den Herbst.

Die Kombination führt zu einer Neubewertung der Lage auch bei den Lichtspielhäusern: Für Österreichs Kinos dürfte es angesichts der äußeren Bedingungen sogar „besser sein“, wenn Bond im Herbst kommt, sagt nun Branchensprecher Christian Dörfler vom Kinoverband zum KURIER – wenn „wir wirklich voll sein können“.

„Es muss Zeit reif sein“

Denn für ein derartiges Kino-Event „muss die Zeit reif sein“. „Es hat nur Sinn, solche Filme in die Kinos zu bringen, wenn wir mit diesen Produkten auch Geld verdienen können“. Einen Bond-Film wegen der Corona-Auflagen für die Veranstaltungsbranche „mit 50 Prozent Auslastung zu spielen“, mache keinen Sinn.

Die nun veränderte Pandemiesituation in Österreich zeigt sich aber so, dass Anfang April mit einem einschränkungsfreien Regelbetrieb kaum zu rechnen ist. „Es ist für uns alle schlecht, nicht nur für die Kinos, sondern für die ganze Wirtschaft weltweit, wenn wir nicht in Schwung kommen.“

Mit dem Bond „wären wir wieder voll da gewesen. Aber nicht, wenn die Situation es nicht hergibt.“

Kurier/Gerhard Deutsch

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Aber werden die Kinos die Durststrecke in den Herbst überstehen – oder droht jetzt das Kinosterben? „Es wird in diesen Monaten hoffentlich anderes geben als den Bond, es wurde ja viel gedreht“, sagt Dörfler, selbst Betreiber des Wiener Haydn Kinos.

Dörfler bleibt bei seiner Position: So bald könnten die Kinos gar nicht aufsperren, „weil wir keine Filme haben“, meint er. Damit hänge man insbesondere vom US-Markt ab, und auch dort ist die Corona-Lage nicht derart, dass demnächst Blockbuster ins Rennen geworfen werden können.

Insofern sei man in der nun entbrannten Diskussion, wann die Kulturveranstaltungen überhaupt wieder möglich sein können und unter welchen Bedingungen (derzeit gibt es keinen Fahrplan für eine Wiedereröffnung), in einer relativ komfortablen Position: „Wir schauen, was sich da entwickelt.“

Ende Februar

Dörfler nimmt an, dass man frühestens Ende Februar, Anfang März wieder den Kinobetrieb aufnehmen wird. Bis dahin seien bezüglich „Eintrittstests“ und anderer Auflagen für den Kulturbetrieb wohl anderswo schon genügend Erfahrungen gesammelt worden, sodass die Kinos hier nicht an vorderster Front agieren müssen.

Die für die Kultur geplanten Maßnahmen würden bis dahin nämlich „entweder verdammt worden sein oder von jedem akzeptiert. Dann wird das auch für uns kein Thema mehr sein“. Insofern sei es kein Nachteil, nach den Bühnen aufzusperren. „Das wollten wir schon beim letzten Lockdown.“ Denn die Kinos können derzeit nicht kostendeckend agieren.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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