Wegen ServusTV-Noten: Als Marko und Sabi ins „Kämmerchen“ kamen

Kultur
Sebastian Prödl

Florian Klein und Sebastian Prödl berichten ab Freitag aus Deutschland von der EURO. Die früheren Nationalspieler über ihren neuen Job und das Schulnotensystem, das auch für Reibung sorgt.

Sie haben gemeinsam 118 Länderspiele für Österreich absolviert, 2016 spielten sie zusammen die EURO. Mittlerweile haben Sebastian Prödl und Florian Klein aber den Seitenwechsel vollzogen. „Wir haben uns beide entschieden, im Fernsehen Fuß zu fassen“, sagt Prödl. Daher lege man die Expertentätigkeit auch „ohne irgendein Larifari“ an, „sondern wir möchten auch bewusst ehrlich sein, und wenn nötig, auch kritisch hineingehen.“

Philipp Carl Riedl / ServusTV / Philipp Carl Riedl

Sebastian Prödl

Bei der EURO werden die beiden ab Freitag für ServusTV aus Deutschland berichten, als Co-Kommentatoren und mit Analysen am Spielfeld. Dazu gehören wieder die Schulnoten, die ServusTV im Vorjahr mit Beginn seiner Übertragungen von ÖFB-Länderspielen eingeführt hat. Nach einer Idee von Christian Nehiba und Michael Wanits, wie Florian Klein erzählt. Zuerst habe er sich schon gefragt: „Puh, ist das was Gutes? Als Spieler weiß man, wie es bei einem selber war. Und bewertet zu werden, ist nie angenehm.“ Mit Fortdauer habe er es aber als Herausforderung gesehen. „Das Thema wird immer polarisieren“, sagt Klein. „Und deswegen ist es natürlich auch für ServusTV interessant.“

Mitdiskutieren

Gleich bei der ersten Notenvergabe, beim EM-Qualispiel gegen Aserbaidschan im März 2023, habe sich am nächsten Morgen jemand im Hotel an ihn gewandt: „Dem Kevin Danso hätt’ ich schon einen Einser gegeben!“ – „Da sieht man“, sagt Klein, „dass das extrem beliebt ist bei den Leuten, um mitzudiskutieren.“

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Kollege Prödl sieht beim Benoten „im psychologischen Hintergrund die Schwierigkeit. Mit einigen Spielern haben wir ja noch selbst zusammengespielt.“ Und so kann es durchaus auch zu positiver Reibung kommen, wie Prödl berichtet. Nach dem 2:0 gegen Schweden hat Marko Arnautovic von beiden einen Vierer bekommen, David Alaba von Prödl einen Zweier, von Klein nur einen Dreier (die beiden sprechen sich nicht ab, Anm.). Arnautovic und Marcel „Sabi“ Sabitzer hätten die beiden dann „im Kämmerchen besucht“, erzählt Prödl. „Der Vierer ist Marko egal gewesen, er kann damit umgehen, hat er gesagt, aber: ‚Der Dreier für den David ist eine Frechheit‘, hat er gesagt – freundschaftlich, aber auch fragend, wie das passiert ist. Da ist uns schon die Bandbreite bewusst geworden, dass es bei den Spielern sehr wohl gesehen wird. “

Philipp Carl Riedl / ServusTV / Philipp Carl Riedl

Florian Klein

Und wie verstehen sich die beiden untereinander? Klein: „Wir haben im Endeffekt eine gleiche Ansichtsweise, trotzdem haben wir manchmal eine andere Meinung, aber das ist das Interessante. Wir verstehen uns aber sehr gut.“

Sticheln

Klein selbst hat mit seiner im besten Sinne frechen Art eine neue Farbe in die Berichterstattung gebracht. Wie er das selbst sieht? „Das bin einfach ich. Ich hab auch als Spieler gern gestichelt, das war einfach in mir. Aber was bei mir immer ganz oben steht, ist: Respekt. Man muss einen guten Mittelweg finden.“

Prödl sagt: „Bei mir ist durch diesen Job auch der Respekt gegenüber den Medien um einiges gestiegen, obwohl er immer hoch war.“

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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