Westlicht Wien unter Wasser: Wie Fotografen das Meer sehen

Kultur

Das Boot fährt und fährt, weit hinaus auf das offene, schwarze Meer. Es ist Nacht. Die Taucher springen ins Wasser. Nur Lichter an einem Seil bieten Orientierung. Der österreichische Bildhauer Manfred Wakolbinger tauchte in Blackwater Diving ein, um zu fotografieren. Denn im Schutz der Nacht steigen Lebewesen aus den tiefsten Tiefen an die Oberfläche. „Mich interessiert das Fremde“, sagt Wakolbinger.

Auf seinen Fotos leuchten die Lappen-Rippenquallen im Dunkeln. Diese fragilen Wesen der „Blackwater Galaxies“ sind in der Fotogalerie Westlicht zu sehen. Nicht nur in diesem Werk schwingt die Zerbrechlichkeit des Ökosystems mit.

Die aktuelle Ausstellung „Unter Wasser“ zeigt 120 Arbeiten von 20 Fotografinnen und Fotografen. Sie thematisiert das Meer abseits bunter Riffe. Bilder, wie sie Instagram fluten, gibt es nicht. Die Ozeane sind hier Forschungsgegenstand, mystischer Sehnsuchtsort und Schauplatz von Katastrophen. Denn Klimawandel und Verschmutzung setzen den Ozeanen zu. Vieles, was Pionierinnen und Pioniere einst fotografierten, existiert nicht mehr.

Das Fernweh ist geweckt

Hans und Lotte Hass machten in den 50er-Jahren die Unterwasserwelt einer breiten Bevölkerung zugänglich und weckten das Fernweh. Lotte Hass hält sich vor den Azoren an der Schwanzflosse eines Pottwals fest. Hans Hass sitzt unter Wasser vor einem Riff in der Karibik, in der Hand eine Rolleimarin-Kamera mit externem Blitz.

Und heute? Mandy Barker sammelt Plastikmüll auf, der an den Küsten angeschwemmt wird. Oder sie bittet die Menschen darum, ihn zu sammeln und zu fotografieren. Sie schafft Bilder, die auf den ersten Blick schön sind. Hunderte alte Fußbälle schweben auf der Collage im Raum. Entstanden ist die Serie „Penalty“ zur WM 2014.

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Das Meer ist auch eine Grenze, es verwandelt sich in ein Massengrab für Flüchtende. David Uzochukwu überschreibt mit der Serie „Mare Monstrum (Drown in My Magic)“ die Fotos der Geflüchteten mit Schwarzen Meermenschen.

In seinen fantastischen Bildern verwebt er Gegenwart und Mythos.

Der Hai ist der Superstar in der Westlicht-Ausstellung

Wo Meer ist, darf der Hai nicht fehlen. Michael Muller zeigt ihn als Raubtier und Superstar. Ganz nah. „Tear you apart“ begrüßt die Besucher beim Eingang. Ein Hai mit aufgerissenem Maul.

Muller, der auch die Hollywood-Stars fotografierte, entwickelte für die Haibilder eine eigene Technologie. Und er arbeitet dabei ohne Schutzkäfig. „Kein Mensch macht dir mehr Angst.“

Angst haben müssten ohnehin die Tiere. Thomas P. Peschak macht sichtbar, wie der Jäger zum Gejagten wird. Tausende Haie werden jedes Jahr getötet.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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