Würstel, die revoltieren und Katzen, die explodieren

Kultur

Mit „Sausage Party: Foodtopia“ und Exploding Kittens“ starten gleichzeitig zwei albern-obszöne Serien auf einmal. Sie sind nicht bis gar nicht jugendfrei.

Es sind wahrscheinlich schon einige Filme unter Drogeneinfluss entstanden. Aber bei den wenigsten wird das zugegeben. Beim Animationsfilm „Sausage Party“ (2016) hat es der für unkonventionelle Hollywoodkomödien bekannte Seth Rogen, einer der Drehbuchautoren, öffentlich eingestanden: Ohne Cannabis hätte es diesen Film nie gegeben. Und das sieht man dem Film auch an. Es geht um ein Würstel, das die Erkenntnis hat, dass Lebensmittel von Menschen gegessen werden. Deswegen zettelt die Frankfurter einen Aufstand an. Der gelingt und gipfelt in einer Orgie. Ja, genau in einer sexuellen Orgie von Nahrungsmitteln.

Armee aus Cupcakes

In diesem Stil geht es auch bei der Nachfolgeserie „Sausage Party: Foodtopia“, die nun bei Amazon Prime zu sehen ist, weiter. Die Ausgangssituation: Die Lebensmittel haben die Menschen besiegt, auch die ganz dicken, die ihnen mit ihren Rülpsern besonders gefährlich werden. Dabei hilft zum Beispiel eine Armee aus Cupcakes, das ist die Operation „Dessert Storm“. Und das ist jetzt schon einer von den feinsinnigeren Gags. Der Triumph über die Zermalmer wird gefeiert – wir wissen ja jetzt schon wie. Für alle, die es vergessen haben: Ein Gurkerl und ein Emmentaler besprechen da, welches das richtige Loch ist.

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Freies Essen

Das Fest dauert aber nicht lange, denn es beginnt zu regnen. Dieses Wetterphänomen ist den Supermarktbewohnern bisher fremd. Für einige ist es allerdings auch die letzte Erkenntnis, die sie als freies Essen erfahren. Sie schmelzen oder zersetzen sich sonst wie, wie das hübsche Eclair. Frank, der vernünftige unter den Würsteln, sieht ein, dass man doch wieder einen Menschen bräuchte, der einem erklärt, wie man mit dem Tropfenzeug umgeht. Tatsächlich finden sie noch ein Exemplar, das das Glück hat, zum Berater auserwählt zu werden. Und dann teilt sich die Menge der Essbaren in jene, die ihn weiter „benützen“ wollen und jene, die ihn rachsüchtig grillen wollen. Bei einem Festival namens „Burning Man“.

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Die Serie ist ab 18 Jahren, damit verpasst sie die pubertäre Zielgruppe, die das alles wohl am lustigsten finden würde. So ist sie etwas für alle, die einen derart jung gebliebenen Sinn für Humor haben – oder Joints.

Gott muss sich beweisen – als Katze

Auf Netflix startet zeitgleich eine weitere Animationsserie, die sich an kein kindliches Publikum richtet. „Exploding Kittens“ basiert auf einem Kartenspiel, in dem die Aktionskarten zum Beispiel folgendes sagen: „Binde dir einen Schmetterling ans Gemächt und schau, wohin dich das führt“ oder „Ein Spargel kackender Drache erscheint“.

In der zugehörigen Serie wird Gott, der zu viele Margaritas trinkt und seinen Job nicht mehr ernst nimmt, auf die Erde geschickt, um zu zeigen, dass ihm noch etwas an den Menschen liegt. Dass er ausgerechnet in Gestalt einer Katze ankommt, erschwert die Beweisführung etwas. Originell ist jedenfalls, dass er mit der Stimme des Schauspielers (Tom Ellis) spricht, der in der Serie „Lucifer“ den Teufel spielt.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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