10 Milliarden Euro bis 2030: Das soll Österreichs Energiewende werden

Politik

Klimaministerin Gewessler legt Gesetz für Ausbau der Erneuerbaren Energien vor.

Ein Viertel des in Österreich konsumierten Stroms kommt noch immer aus fossilen Kraftwerken, vor allem Gaskraftwerke. Der dort erzeugte Strom soll in den nächsten zehn Jahren vollständig durch Strom aus Erneuerbaren Energien ersetzt werden, so das Ziel der Bundesregierung. Wie soll das gehen?

Es geht um Klimaschutz und die dafür nötige Energiewende: Damit gemeint ist der Übergang von der nicht-nachhaltigen Nutzung von fossilen Energieträgern (sowie der Kernenergie) zu einer nachhaltigen Energieversorgung mittels erneuerbarer Energien. Beim Strom ist das noch einfacher darstellbar als in anderen Sektoren wie etwa der Wärmeproduktion (Ersatz von Gastherme, Ölheizungen), oder beim Verkehr (der E-Anteil bei den Pkw in Österreich liegt derzeit bei mageren 0,7 Prozent).

Für die Energiewende müssen alle Erneuerbaren Energien massiv ausgebaut werden, also vor allem

Wasserkraft, die bereits einen Anteil am Strommix von 60 Prozent hat
Windkraft, die einen Anteil von rund 12 Prozent hat
Photovoltaik (Sonnenstrom), derzeit mit einem Anteil von etwas über einen Prozent
Biomasse
Grünes Gas (aus organischen Abfällen)

Im Koalitionspakt von Türkis-Grün wurden die Ausbauziele bereits festgelegt. Demnach braucht es

etwa zehn Mal so viele Photovoltaik-Module wie derzeit stehen
fast drei Mal so viel Energie aus Windkraft wie derzeit erzeugt wird
ein Ausbau der Wasserkraft von 5 Terawattstunden (etwa 40 TWh werden derzeit produziert)
etwas mehr Biomasse und deutlich mehr grünes Gas (ebenfalls 5TWh)

Kosten

Stromproduktion muss meist gefördert werden: Die Regierung hat einen Deckel eingezogen, wonach die Förderungen für den Ausbau der Erneuerbaren jährlich nicht mehr als eine Milliarde Euro kosten darf (über einen Durchrechnungszeitraum von drei Jahren). Macht in Summe bis 2030 also rund zehn Milliarden Euro.

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Gaskraftwerke als Netzreserve

Bestehende Gaskraftwerke sollen aber nicht abgebaut werden, vielmehr müssen diese als Netzreserve für die Versorgungssicherheit jederzeit bereit sein, Strom zu liefern, sollte nicht ausreichend Strom aus Erneuerbaren Quellen produziert werden können.

Die Förderungen sollen unterschiedlich ansetzen, für den Bau oder Revitalisierungen, und in Form von Einspeisetarifen (Zusatzzahlung für das Einspeisen von grünem Strom ins Stromnetz).

Energiewende als Klimaschutz

Berechnungen des Ministeriums gehen davon aus, dass durch die Energiewende hin zu den Erneuerbaren Energieträgern bis 2030 rund neun Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, im Schnitt also rund 896.000 Tonnen CO2 jedes Jahr.

Einige Projekte der türkis-grünen Energiewende wurden bereits präsentiert, etwa die Energiegemeinschaften, bei der sich zum Beispiel Nachbarn gemeinsam eine Photovoltaik-Anlage kaufen und den Strom gemeinsam nutzen; oder aber jeder Bürger kann sich an einem Ökoenergieprojekt beteiligen (Bürgerenergiegemeinschaften) und von dort Strom beziehen.

Zahlreiche Hürden im Weg

Das übergeordnetes Ziel, bis 2030 nur mehr Strom aus nachhaltigen Quellen zu holen, hat einen großen Haken: Der Bund kann nur die Rahmenbedingungen verbessern, etwa durch Investitionsförderungen und Zuschuss für das Einspeisen von Grünstrom ins Netz.

Der echte Ausbau unterliegt letztlich den Bundesländern, die etwa die Genehmigungen erteilen müssen, oder aber regeln, wo überhaupt etwas gebaut werden darf (Zonierung).

Zudem gibt es keine „Quote“ für die Bundesländer für den Ausbau der einzelnen Grünstrom-Sektoren.

Am Beispiel Windkraft: Wien, Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg haben praktisch keine Windkraftwerke, Oberösterreich und Steiermark nur einen geringen Anteil, 85% der gesamten Windkraft wird in Niederösterreich und dem Burgenland produziert. Der Bund kann aber mein Bundesland dazu zwingen, neue Windparks genehmigen …read more

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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