Aus Vergeltung: Russland verweist ORF-Journalistin des Landes

Politik

Weil einem Tass-Mitarbeiter in Wien die Akkreditierung entzogen wurde, fordert Russland die Korrespondentin zur Ausreise auf.

Das russische Außenministerium hat laut Informationen der dpa einer österreichischen Journalistin die Akkreditierung entzogen und sie zur Ausreise aufgefordert. KURIER-Informationen zufolge handelt es sich dabei um Maria Knips-Witting, die seit Oktober in Moskau ist.

Es handle sich um eine Reaktion auf den Entzug der ständigen Akkreditierung eines russischen Korrespondenten der Staatsagentur Tass in Österreich, teilte das Ministerium am Montag mit. Im Gegenzug müsse die Korrespondentin des ORF das Land nun verlassen. Das Radio- und Fernsehstudio des Senders hatte bisher zwei Korrespondenten. Neben Knips-Witting ist das noch Carola Schneider.

Der österreichische Botschafter war vorab über den drohenden Schritt informiert worden und hatte die Korrespondenten der Medien des EU-Landes gewarnt, dass das Außenministerium zu der Vergeltungsmaßnahme greifen könnte. Eine Anfrage beim ORF blieb am späten Montagabend zunächst noch unbeantwortet.

Keine andere Wahl

Dem Tass-Mitarbeiter sei am 30. April die Akkreditierung entzogen worden, weshalb er am 7. Juni Wien habe verlassen müssen, teilte das Ministerium in Moskau weiter mit. Die österreichische Seite habe ihre diskriminierende Entscheidung bis heute nicht begründet, hieß es. Die Staatsagentur Tass hat in vielen Staaten der Welt Auslandskorrespondenten.

Das Ministerium erklärte, die russische Seite habe keine andere Wahl gehabt, als spiegelgerecht zu regieren. „Im Einklang mit den Grundsätzen der Medienfreiheit und auf der Grundlage der Gegenseitigkeit werden wir bereit sein, die Möglichkeit der Akkreditierung neuer ORF-Mitarbeiter in Russland zu prüfen, sobald die österreichische Regierung die Voraussetzungen für die Arbeit russischer Medienvertreter geschaffen hat und das Tass-Korrespondentenbüro in Wien wieder voll einsatzfähig ist“, hieß es in der Mitteilung.

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Drohung auch gegen deutsche Medien

Eine ähnliche Situation mit Drohungen der russischen Seite gab es zuletzt auch gegen deutsche Medien in Moskau. Demnach war der Aufenthaltsstatus seit langem in Deutschland lebender russischer Medienmitarbeiter gefährdet. Bei Gesprächen mit deutschen Diplomaten hatte das Außenministerium in Moskau vor Vergeltungsmaßnahmen gewarnt, sollten russischen Medienmitarbeiter zwangsweise Deutschland verlassen müssen.

Russische Medienvertreter stehen in der EU immer wieder in der Kritik, Desinformation zu verbreiten. Mehrere russische Medien sind deshalb im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mit Sanktionen belegt worden; sie haben Sendeverbot in der EU, allerdings dürfen die Mitarbeiter in der Regel weiter im Westen arbeiten. Tass war bisher nicht von Sanktionen betroffen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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