Corona an Schulen so stark verbreitet wie in Gesamtbevölkerung

Politik

Schulen mit vielen Kindern aus sozial benachteiligten Familien sind eher Corona-Hotspots als andere Schulen. Bildungsministerium will „mehr Testmöglichkeiten schaffen“.

Rund 1,5 Prozent positive Ergebnisse erbrachte die zweite Runde der SARS-CoV-2-Monitoringstudie an Schulen in Österreich. Damit war zum Testzeitpunkt Mitte November die Prävalenz unter Schülern und Lehrern um mehr als das dreifache höher als in der ersten Runde (bis 22. Oktober). Der Wert habe eine „ähnliche Größenordnung“, wie es ihn zu diesem Zeitpunkt in der Gesamtbevölkerung gab, so die Studienautoren, die nun auch Fragezeichen zu den neuen Virus-Varianten orten.

An Volksschulen, Mittelschulen und AHS-Unterstufen wird von Forschern der Medizinischen Universitäten Graz und Innsbruck, der Uni Linz und der Uni Wien mittels Gurgeltests das ganze Schuljahr über die Häufigkeit aktiver Corona-Infektionen bei Schülern und Lehrern in ganz Österreich erhoben. Geplant sind insgesamt zehn Durchläufe mit den jeweils selben Teilnehmern über das gesamte Schuljahr hinweg. In der ersten Runde wurden im Zeitraum von 28. September bis 22. Oktober 40 von über 10.000 Teilnehmern positiv getestet (Prävalenz: 0,39 Prozent). Die zweite Erhebung lief nur von 10. bis 16. November, da sie vom 17. an vom neuerlichen Lockdown mit umfassenden Schulschließungen gestoppt wurde.

Bis dahin wurden aber immerhin in fünf Bundesländern (Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich, Vorarlberg und Wien) 3.745 Schüler und Lehrer getestet, von denen sich 53 als Träger des SARS-CoV-2-Virus entpuppten, erklärte das Team um den wissenschaftlichen Koordinator der Studie, den Mikrobiologen Michael Wagner von der Uni Wien, vor Journalisten. Das ergebe eine Prävalenz von 1,44 Prozent, wobei die Schwankungsbreite (95 Prozent Konfidenzintervall) von 1,06 bis 1,9 Prozent reicht.

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Lege man die Ergebnisse der ebenfalls vom Bildungsministerium mitinitiierten Prävalenzstudie von Statistik Austria mit dem fast identen Erhebungszeitpunkt (12. bis 14. November) auf das Design der Schulstudie um, komme man auf einen Vergleichswert von 2,12 Prozent in der Gesamtbevölkerung über 16 Jahre. Aufgrund der etwas geringeren Sensitivität durch das Zusammenfassen von bis zu zehn Proben in „Pools“ und anderer Faktoren unterschätze das Schulmonitoring „ganz bewusst Prävalenz ein Stück weit“, sagte Wagner, der die beiden Werte in etwa auf vergleichbarem Niveau sieht. Dass es durch Methodik oder Studiendesign bedeutsame Verzerrungen geben könnte, glaubt auch der Generalsekretär im Bildungsministerium, Martin Netzer, nicht.

Brennpunktschulen sind eher Corona-Hotspots 

Die Drei- bis Vervierfachung des Wertes aus der ersten Runde hob Peter Willeit von der Medizinischen Universität Innsbruck hervor. Während etwa das Alter der Kinder oder der Pädagogen, deren Geschlecht oder die Schulform keinen Einfluss auf den Anteil Covid-19-Positiver hatte, ging eine höhere 7-Tages-Inzidenz in einer Region auch mit einem etwas erhöhten Positiv-Anteil an dortigen Schulen einher. Wie schon bei der ersten derartigen Erhebung war das auch an Schulen mit vielen Kindern aus sozial benachteiligten Familien so. An Standorten mit höherer sozialer Benachteiligung wurde eine in etwa doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit ermittelt, auf einen unerkannten Infektionsfall zu stoßen, erklärte der Epidemiologe.

Hier zeige sich, dass die Studie neben der Abschätzung der Dunkelziffer nicht nur dabei helfe, solche oft asymptomatische Fälle an Schulen zu identifizieren, sondern auch „zu verstehen, wo Fälle gehäufter auftreten“. Das soziale Umfeld sei mitentscheidend, wenn etwa ein Kind aus einer Familie mit Eltern in prekäreren Dienstverhältnissen …read more

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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