Corona-Maßnahmen: Wiener Solo bei Maskenpflicht

Politik

Die Bundeshauptstadt hat eine eigene Verordnung mit Verschärfungen erlassen. Allen anderen Bundesländern reichen die Vorgaben des Bundes. Heute tagt die Corona-Taskforce.

Alles nicht so schlimm – oder doch Grund genug, wieder zu verschärfen? Die aktuellen Corona-Zahlen (431 Neuinfektionen am Dienstag und eine 7-Tages-Inzidenz von 26,86) werden bei der heutigen Sitzung der Corona-Taskforce für einigen Diskussionsstoff sorgen. Auf Beamtenebene besprechen Vertreter diverser Ministerien und des aktuellen Bundesländer-Vorsitzlandes Tirol die Lage.

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) wird bei der Sitzung fordern, eine PCR-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten einzuführen. Auch die Liste der Länder, die als solche klassifiziert sind, soll erweitert werden. Aller Voraussicht nach wird nach dem Corona-Fall bei der Jedermann-Premiere in Salzburg auch debattiert werden, ob bei Großveranstaltungen wieder Maske getragen werden soll. Für die Konzerte in Grafenegg wurde bereits eine Maskenpflicht angekündigt, falls die Aufführungen in den Innenraum verlegt werden.

Die ÖVP sieht für Verschärfungen momentan noch keinen Anlass und möchte auch bereits getätigte Lockerungsschritte nicht rückgängig machen. Man habe bei den Infektionszahlen ein Plateau erreicht, heißt es aus dem Kanzleramt. Im Fokus stehe nach wie vor, vor allem in den jungen Altersgruppen möglichst viele zu überzeugen, sich impfen zu lassen. Im Fall des Falles könnten die Bundesländer ja eigenmächtig strengere Maßnahmen verordnen.

Wiener Sonderweg

Die Bundeshauptstadt Wien macht davon Gebrauch.

Ab heute, Donnerstag, gilt jene Verordnung, mit der sich Wien strengere Regeln gibt, als dies vom Bund vorgeschrieben wäre. Demnach sind Masken weiterhin in Kundenbereichen von Betriebsstätten (außer körpernahe Dienstleister) zu tragen. Gemeint sind damit sämtliche Geschäfte. Die Bundesverordnung schreibt die Masken hingegen nur mehr beim Kauf von Gütern des täglichen Bedarfs vor.

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Die Maskenpflicht gilt in Wien zudem in Kultureinrichtungen. Ausdrücklich erwähnt sind Museen, Kunsthallen, Bibliotheken, Archive, Theater, Konzertsäle oder -arenen. Für „Einrichtungen zur Religionsausübung“ gilt die Regelung ebenfalls.

Begründet wird die Maßnahme mit der Ausbreitung der infektiöseren Delta-Virusvariante, aber auch mit der Sondersituation Wiens als Großstadt. Die Delta-Variante könne schon bei kurzen Kontakten zu Ansteckungen führen. In einem Ballungsraum wie Wien mit seiner höheren Personendichte im öffentlichen Raum sei die „Wahrscheinlichkeit von Ansteckungen bei zufälligen Kontakten erhöht“, heißt es.

Länder entspannt

In den anderen Bundesländern wird man vorerst dem Wiener Modell nicht folgen. In der Steiermark sieht man derzeit keine Notwendigkeit dafür. Mit Stand Mittwoch liegt „das grüne Herz“ bei einer 7-Tages-Inzidenz von 20. Auch in Tirol scheint man aktuell die Maskenpflicht nicht weiter beibehalten zu wollen. „Wir folgen den Verordnungen des Bundes“, heißt es. Die Antwort vom Land Oberösterreich: „Wir gehen hier keinen gesonderten Weg.“ Ebenso wenig strebt man in Salzburg eine Verlängerung an. Aber: „Wie es in ein paar Tagen aussieht, kann man nicht sagen.“

Experten hatten sich zuletzt dafür ausgesprochen, ab einer 7-Tages-Inzidenz von 25 wieder zu verschärfen – auch, damit man mit einem möglichst geringen Infektionsniveau in den Herbst starten kann. Denn: Die Durchimpfungsrate sei derzeit noch zu gering, um Infektionen in den Risikogruppen zu verhindern.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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