Der Gasspar-Plan, der die EU über den Winter bringt

Politik

Die EU-Energieminister sind sich einig: Alle Länder senken – freiwillig – den Gasverbrauch, im Notfall gibt es Zwangsmaßnahmen

Viel wurde gestritten und noch viel mehr wurde von den ehrgeizigen Vorgaben der EU-Kommission gestrichen. Letztlich aber haben die EU-Energieminister am Dienstag in Brüssel Einigung erzielt, nur Ungarn schloss sich als einziges Land dem Kompromiss nicht an.

Das Ziel: Von August bis Ende März will die EU ihren Gasverbrauch (im Vergleich zum Durchschnitt der gleichen Zeiträume 2016-21) um 15 Prozent senken. Mit diesen Einsparungen von insgesamt 45 Milliarden Kubikmetern Gas könnte die EU über den Winter kommen, selbst wenn Russlands Präsident Putin Europa das Gas vollständig abdreht.

Alle 27 Staaten müssen nun bis Oktober Brüssel ihren jeweiligen Plan vorlegen, wo und wie sie den Gaskonsum reduzieren wollen. Österreich habe heuer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits zehn Prozent eingespart, sagte Energie- und Umweltministerin Leonore Gewessler gestern in Brüssel. Vorerst wollen alle EU-Staaten freiwillig ihren Gaskonsum senken.

Sollte es aber zu einem extremen Notstand kommen, können fünf EU-Staaten gemeinsam Alarm auslösen. Dann würden Sparziele verpflichtend werden. Allerdings gibt es dabei viele Ausnahmen: Inseln wie Zypern, Malta und Irland, die nicht ans europäische Gasnetz angeschlossen sind, werden nicht zum Sparen gezwungen. Das nun schon eingesparte Gas fließt sofort in die europäischen Speicher. Sie sollen im Schnitt bis Oktober zu 80 Prozent gefüllt sein.

Haidach wird befüllt

Auch der Gasspeicher Haidach soll ab August befüllt werden. Früher war der Speicher von der Gazprom-Tochter GSA genutzt worden, doch derzeit ist der Speicherstand bei null.

  Guterres: Risiko einer nuklearen Konfrontation wieder präsent

Österreich entzog daher die Nutzungsrechte. Die Regulierungsbehörde E-Control hat nun den technischen Betreiber RAG damit beauftragt, neue Interessenten zu finden, die den Speicher befüllen.

…read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.