Deutschland zieht nach: Wie weltweit schon jetzt gekifft werden darf

Politik
Coffeeshop Smokey cannabis coffee shop in Amsterdam

Deutschland ist das nächste Land, das Cannabis vollständig legalisieren will. Weltweit gibt es viele unterschiedliche Modelle dazu. Ein Überblick.

Im Koalitionspapier der künftigen deutschen Ampel-Regierung (SPD, FDP und Grüne) findet sich auch die geplante Legalisierung des Cannabiskonsums für Genusszwecke. Die Entscheidung fußt auf Studien, wonach eine Legalisierung in anderen Ländern keine nachweisbaren Auswirkungen auf die Zahl der Konsumenten hatte.

Trotzdem wäre Deutschland der erste europäische Staat, der auch den Verkauf von Marihuana in lizenzierten Geschäften erlaubt. Doch weltweit gibt es Vorbilder.

Ein Überblick über die rechtliche Lage in ausgewählten Ländern:

Niederlande

Anders als weithin angenommen, ist der Konsum jeglicher Drogen, darunter auch Cannabis, in den Niederlanden illegal. Der Besitz kleinerer Mengen (bis zu 5 Gramm) wird lediglich geduldet, ist also von der Strafverfolgung ausgenommen. Damit ist auch der Verkauf fertiger Joints sowie kleinerer Mengen seit einer Novelle des Opiumgesetzes 1976 de facto entkriminalisiert. Der Anbau und Erwerb größerer Mengen Cannabis ist aber nach wie vor illegal, was vor allem Coffeeshop-Betreiber in eine rechtliche Grauzone drängt.

Getty Images / sbostock/istockphoto.com

Ein Coffeeshop in Amsterdam, wo auch der Verkauf kleiner Mengen Cannabis geduldet wird.

In den Niederlanden rauchen aktuell weniger Menschen im Laufe ihres Lebens einen Joint (26,6 %) als im europäischen Durchschnitt (27,4 %). Die Menge an Drogentouristen ist der Regierung aber ein Dorn im Auge: So dürfen seit 2012 nur noch Einheimische in Coffeeshops Cannabisprodukte kaufen.

Spanien

In Spanien sind Anbau und Konsum in sogenannten „Social Clubs“ gestattet. Das sind nicht-kommerzielle Vereine, die besonderen Regeln unterliegen: Sie müssen ein aktuell zu haltendes Mitgliederverzeichnis führen; angebaut und geraucht werden darf nur in Vereinsräumlichkeiten; sie dürfen keinerlei Werbung machen, um neue Mitglieder anzuwerben, und – am wichtigsten – sie dürfen das Cannabis offiziell nicht verkaufen, sondern nur bereitstellen. Meist finanzieren sich diese Social Clubs über relativ hohe Mitgliedsbeiträge.

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Uruguay

Als erste Nation weltweit legalisierte das kleine südamerikanische Land 2013 den Anbau und Verkauf von Marihuana vollständig. Das heißt: Jeder volljährige Staatsbürger darf bis zu zehn Gramm pro Woche in Apotheken kaufen. Wer selbst anbauen will, muss das den Behörden melden. Dann sind bis zu sechs Pflanzen pro Jahr erlaubt. Außerdem sind Social Clubs nach spanischem Modell gestattet.

USA

In den Vereinigten Staaten ist der Cannabis-Konsum inzwischen in 19 von 50 Bundesstaaten auch in der Freizeit gestattet. Dazu gehören vor allem die Staaten der Ost- und Westküste wie Kalifornien, New York oder Massachusetts. Die Strenge der Regelungen unterscheidet sich aber teilweise erheblich. So haben sich in Kalifornien etwa schon etliche private Verkaufsshops etabliert, während in Washington D. C. nur der Anbau und Konsum, nicht aber der Verkauf gestattet ist.

Kanada

In Kanada sind seit 2018 sowohl der Verkauf als auch der Konsum von Marihuana als Genussmittel legal, nur in der Öffentlichkeit ist das Rauchen nicht gestattet. Eine weitere Besonderheit: Wie bei vielen anderen Gesetzen variiert in Kanada das Mindestalter mit den regionalen Regelungen zur Volljährigkeit: Während man in Alberta erst ab 18 und in Quebec erst ab 21 Jahren rauchen darf, ist das im Rest des Landes ab 19 erlaubt.

Südafrika

Auch in Südafrika sind der Anbau und Konsum von Cannabis seit einer Entscheidung des Verfassungsgerichts im Jahr 2018 …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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