Die EU-Wahl in Zahlen: Österreichs bisherige Rekorde

Politik

Im Juni steht Österreichs 7. EU-Wahl an. Die Wahlbeteiligung ist niedriger als bei den NR-Wahlen, trotzdem gibt es Ausreißer, wie Statistiken belegen.

Seit Österreich vor 29 Jahren der EU beigetreten ist, hat es sechs Wahlen zum Europaparlament gegeben. Die siebente Wahl findet am 9. Juni statt. Erstmals wurden 1996 österreichische EU-Abgeordnete gewählt – damals außertourlich, ab 1999 wurde dann alle fünf Jahren gemeinsam mit den anderen EU-Staaten gewählt.

Das Rekordergebnis aller EU-Wahlen – sowohl was die Zahl der Stimmen als auch was den Stimmenanteil betrifft – fuhr die ÖVP bei der letzten Wahl 2019 ein.

Die Wahlbeteiligung war bei den bisherigen Europawahlen durchgehend niedriger als bei Nationalratswahlen. Die meisten Wahlberechtigten lockte noch der erste Urnengang 1996 zu den Urnen, immerhin 67,73 Prozent gaben bei der Wahl im Jahr nach dem EU-Beitritt ihre Stimme ab. 

Ausreißer bei der Wahlbeteiligung nach „Ibizagate“

Das Interesse sank in der Folge rapide und dümpelte in den folgenden Jahren stets unter 50 Prozent dahin. Ein Ausreißer war nur die Wahl 2019, als infolge der innenpolitischen Turbulenzen nach dem „Ibizagate“ der FPÖ fast 60 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten.

Der extreme Anstieg bei der Wahlbeteiligung um mehr als 14 Prozentpunkte führte vor fünf Jahren auch dazu, dass erstmals seit 1996 wieder eine Partei die Millionengrenze bei der Stimmenzahl durchbrach. Die ÖVP legte mit mehr als 1,3 Millionen Stimmen ihr absolutes Rekordergebnis hin. Zuvor war ein siebenstelliges Ergebnis nur bei der ersten Wahl erreicht worden, von ÖVP, SPÖ und FPÖ. 

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Auch beim Stimmenanteil brachte die letzte EU-Wahl die ÖVP in neue lichte Höhen. Das Zerbrechen der türkis-blauen Koalition und der bevorstehende Misstrauensantrag gegen den damaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bescherte dessen Partei einen Rekordzuwachs von 7,6 Prozentpunkte und mit insgesamt 34,55 Prozent den höchsten Stimmenanteil.

FPÖ erlebte den größten Stimmeneinbruch bei einer EU-Wahl

Den bis dahin geltenden Rekord von 33,33 Prozent hatte die SPÖ 2004 in einer ähnlichen innenpolitischen Situation gesetzt, als die FPÖ in der damaligen schwarz-blauen Koalition in schwere Turbulenzen geraten war. 

Die Freiheitlichen erlebten damals den größten Stimmeneinbruch von 17,09 Prozentpunkten und stürzten auf ihr schlechtestes Ergebnis von 6,31 Prozent ab.

Die Rekorde der österreichischen EU-Wahlen

Wahlergebnisse bei den bisherigen EU-Wahlen:

Höchster Stimmenanteil: 34,55 Prozent der ÖVP 2019
Niedrigster Stimmenanteil: 0,47 Prozent von KPÖ 1996 und BZÖ 2014

Niedrigster/höchster Stimmenanteil der Parlamentsparteien:

ÖVP: 26,98 Prozent 2014 / 34,55 Prozent 2019
SPÖ: 23,74 Prozent 2009 / 33,33 Prozent 2004
FPÖ: 6,31 Prozent 2004 / 27,53 Prozent 1996
GRÜNE: 6,81 Prozent 1996 / 14,52 Prozent 2014
NEOS: 8,14 Prozent 2014/ 8,44 2019

Größtes Plus: + 7,57 Prozentpunkte ÖVP 2019
Größtes Minus: – 17,09 Prozentpunkte FPÖ 2004

Wahlbeteiligungs-Rekorde in Österreich:

Höchste 67,73 Prozent (1996)
Niedrigste 42,43 Prozent (2004)

Zuletzt 59,76 Prozent (2019)

Höchste Zahl der erreichten Vorzugsstimmen nach Parteien:

ÖVP: 115.906 Karoline Edtstadler (2019)
SPÖ: 72.863 Andreas Schieder (2019)
Grüne: 70.821 Werner Kogler (2019)
FPÖ: 64.525 Harald Vilimsky (2019)
NEOS: 64.350 Claudia Gamon (2019)

Höchste/niedrigste Stimmenanzahl der Parlamentsparteien:

ÖVP: 1.305.956 (2019) / 761.896 (2014)
SPÖ: 1.105.910 (1996) / 680.041 (2009)
FPÖ: 1.044.604 (1996) / 157.722 (2004)
GRÜNE: 532.193 (2019) / 258.250 (1996)
NEOS: 319.024 (2019) / 229.781 (2014)

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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