Die lange Liste mysteriöser Todesfälle in Russland

Politik

Seit Anfang des Jahres häufen sich die Todesfälle von russischen Managern aus dem Energiesektor. Was dahinter stecken könnte.

Spekuliert wird viel, Beweise gibt es keine, verdächtig ist es allemal: Seit Jahresbeginn häufen sich in Russland die Todesfälle von Managern – vor allem aus der Energiewirtschaft. Offiziell gelten sie als Unfälle oder Suizide. Doch die Umstände sind rätselhaft. Von Fensterstürzen und Herzinfarkten nach Halluzinogenen ist die Rede.

Der schwedische Russland-Kenner Anders Aslund vermutet, dass der Kreml dahintersteckt. Grund sei, dass sie Geheimdienst-Informationen im Ausland verraten hätten.

„Natürlich ist es seltsam“, sagt Elisabeth Schimpfössl, Russland-Forscherin an der Aston University zum KURIER. Und Zufall sei es sicher keiner, dass mysteriöse Todesfälle seit Beginn des Ukraine-Kriegs zugenommen hätten. Doch auch wenn der Kreml nicht davor zurückschrecke, „Leute in den Tod zu schicken“, hält sie es für unwahrscheinlich, dass alle Morde von Wladimir Putin beauftragt worden seien. „Dafür waren sie ihm nicht wichtig genug.“ Sie glaubt eher an eine „Barbarisierung der Wirtschaftswelt“ seit Kriegsausbruch. Also alte Streitigkeiten unter Konkurrenten, die zuvor zivilisierter gelöst wurden. Lediglich Lukoil-Vorsitzender Rawil Maganow  hätte genügend Gewicht gehabt, um sich die Hände an ihm schmutzig zu machen.

Belege dafür sucht man freilich vergebens. Zumindest solange Putin an der Macht ist.

Leonid Shulman, Leiter der Transportabteilung von Gazprom Invest, wird am 30. Jänner tot im Badezimmer seines Hauses in der Region Leningrad aufgefunden.
 

Alexander Tjuljakow, stellvertretender Generaldirektor von Gazprom, soll sich am 25. Februar in der Garage seines Hauses in St. Petersburg erhängt haben.
 

Mikhail Watford, Eigentümer mehrerer Energieunternehmen, stirbt am 28. Februar unter verdächtigen Umständen in seinem Haus in der Nähe von London.
 

  Putin annektiert, seine Armee verliert

Wassili Melnikow, Chef des Medizinkonzerns Medstom, wird samt Familie am 23. März in Nischni Nowgorod tot aufgefunden.
 
Am 18. April werden Wladislaw Awajew, Ex-Vizepräsident der Gazprom-Bank, und seine Familie in ihrer Wohnung in Moskau erschossen.
 
Energieunternehmer Sergej Protosenja wird am 19. April erhängt in Spanien aufgefunden. Seine Familie wird erstochen:
 
Anfang Mai kommt Andrej Krukowski, Chef des Gazprom-Skiressorts Krasnaja Poljana, beim Wandern nahe Sotschi ums Leben.
 
Lukoil-Manager Alexander Subbotin erleidet im Mai einen halluzinogen-induzierten Herzinfarkt während eines Schamanen-Rituals, wie es heißt.
 
Am 4. Juli wird Juri Woronow, Geschäftsmann mit Gazprom-Verbindungen, im Pool eines Hauses bei St. Petersburg erschossen aufgefunden:
 

Rawil Maganow, Vorstandschef des russischen Ölkonzerns Lukoil, stürzt am 1. September aus dem Fenster eines Moskauer Spitals.
 

Iwan Peschorin, Chef der Gesellschaft für Entwicklung des Fernen Ostens und der Arktis, stürzt am 12. September bei Wladiwostok von seiner Jacht.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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