„EILT“: Strache wittert Verschwörung um Haider-Tod

Politik

Weil keine Blut- und Gewebeproben von Jörg Haider mehr existieren, glaubt Strache an einen „unfassbaren Skandal“.

Was am 11. Oktober 2008 am Morgen um 1:15 Uhr passiert ist, gilt grundsätzlich als geklärt. Der damalige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider hatte mit knapp 1,8 Promille Alkohol im Blut einen tödlichen Autounfall. Der BZÖ-Chef hatte zuvor in einer 70er-Zone mit 142 km/h einen Überholvorgang gestartet. Der Wagen kam von der Straße ab, krachte in eine Garteneinfassung. Haider war sofort tot.

Strache: „Was ist mit den Proben passiert?“

Auch Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache machte in seiner Polit-Laufbahn immer wieder kryptische Andeutungen zum Tod Haiders. Nun echauffiert sich Strache in einem „+++EILT+++“-Facebook-Posting allerdings besonders lautstark. Es gebe keine Blut- und Gewebeproben von Haider mehr, schreibt der ehemalige FPÖ-Chef.

Haiders Familie hatte im Oktober 2018 die Herausgabe der Blut- und Gewebeproben gefordert. Das Ersuchen wurde abgelehnt, weil es laut Markus Kitz, Sprecher de Klagenfurter Staatsanwaltschaft, eben „keine Proben mehr“ gebe.

Strache wittert nun offenbar eine große Verschwörung: „Was ist mit den Proben passiert? Warum wurden sie nicht aufgehoben, wie dies eigentlich rechtlich notwendig gewesen wäre? Ein unfassbarer Skandal!“ Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, die die Ermittlungen zu früh eingestellt habe, müsse „untersucht werden“.

Die treuen Facebook-Fans geben Strache jedenfalls Recht. „War nie und nimmer ein Unfall, war alles geplant“, schreibt eine Userin. Weitere Kommentare: „Da wurde doch fast alles vertuscht“, „Wir wissen alle, dass er ermordet wurde“, „Darum musste Herbert Kickl gehen, vielleicht hätte es noch was zu finden gegeben“.

Obduktion: Nur Alkohol im Spiel

Die Obduktion von Haiders Körper im Jahr 2008 hatte ergeben, dass weder K.o.-Tropfen noch andere Substanzen im Spiel waren – außer eben Alkohol. Dennoch kursieren seit dem Unfall diverse Verschwörungstheorien über Haiders Tod. So meldete sich im Februar 2015 Jörg Haiders Schwester Ursula Haubner zu Wort und behauptete entgegen dem Obduktionsbericht der Grazer Gerichtsmedizin: „Bis heute gibt es keine Erkenntnisse darüber, ob sich im Blut des Landeshauptmannes verbotene Betäubungsmittel befunden haben.“

Strache: „Attentat“

Auch Strache bemüht im Hinblick auf das Ibiza-Video, das ihn politisch zu Fall gebracht hat, verschiedene Theorien. Angefangen von Substanzen, die ihm untergejubelt worden seien, bis hin zu einem großen ÖVP-Netzwerk, dass ihm eine Falle gestellt habe: Der Ex-Vizekanzler kämpft mit allen Mitteln um die Wiederherstellung seines Rufs.

Bereits kurz nach Straches Rücktritt schrieb eine Anhängerin in einem Facebook-Posting, die Ibiza-Affäre erinnere sie an Jörg Haider – nur sei Haider „nicht mehr unter uns“. Darauf erwiderte Strache: „Mein Vorteil war, es war kein Attentat mit Todesfolge!“ Das Posting wurde später gelöscht.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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