„Einer der bösartigsten Menschen der Geschichte ist tot“: Das Ende einer 37-jährigen Ära im Iran

Politik

Khameneis harter, extrem konservativer Kurs traf in den vergangenen Jahren aber auf wachsenden Widerstand in der Bevölkerung. Bei den Massenprotesten im Iran war ein Slogan immer wieder zu hören: „Tod dem Diktator“ oder „Tod Khamenei“. 

Genau das ist nun passiert: Wie Israel und die USA am Samstagabend mitteilten, sei der Revolutionsführer Irans im Bombenhagel umgekommen. Gegen 2 Uhr nachts (MEZ) dann auch die Bestätigung aus dem Iran: Ja, Ayatollah Ali Khamenei ist tot. 37 Jahre lang hat er den Iran mit eiserner Hand geführt.  

Bedeutet das Ende eines „der bösartigsten Menschen der Geschichte“, wie US-Präsident Donald Trump ihn bei der Verkündigung seines Todes nannte, nun auch das des iranischen Regimes? Das ist die entscheidende Frage in den kommenden Wochen, vielleicht Tagen. 

Aufstieg Khameneis 1989

Der schwarze Turban als Zeichen der Abstammung vom Propheten Mohammed, der weiße Bart und eine Brille mit feinem Rahmen waren seine Markenzeichen. Sein Foto prangte in allen iranischen Regierungsstellen neben dem Bild des verstorbenen Revolutionsführers Ruhollah Khomeini. Bis zu seinem Tod war Ali Khamenei, Irans Religionsführer, der mächtigste Mann der Islamischen Republik. Als oberster geistlicher Führer und als weltliches Staatsoberhaupt galt er als unantastbar. 

Unter seiner Führung entwickelte sich der Iran mit dem starken Sicherheitsapparat nach innen wie nach außen zu einer einflussreichen Regionalmacht, die in den vergangenen Jahren jedoch massiv geschwächt wurde. 

Bereits Jahre vor der iranischen Revolution 1979 schloss sich der damals junge Student der islamischen Bewegung um den noch unbekannten Chomeini an, die schließlich zum Sturz der Schah-Dynastie führte. Für seine Überzeugungen saß der in der schiitischen Pilgerstadt Maschhad im Nordosten des Irans geborene Khamenei 1963 im Gefängnis.

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Seine Kindheit romantisierte der Ayatollah später oft als „arm, aber fromm“. Mit der Geburt der Islamischen Republik fand auch der zunächst eher gemäßigte Khamenei 1980 seinen Weg in die Politik. Nur knapp entkam er im Jahr darauf einem Attentat der oppositionellen Volksmudschahedin, sein Arm blieb seitdem gelähmt. 

Auf Seite der Konservativen 

Zu Beginn des verheerenden Golfkriegs mit dem Nachbarland Irak und mit einem tödlichen Anschlag auf den Präsidenten Mohammed Ali Radschai tat sich dann für den damals 42-jährigen Khamenei eine Chance auf. Der islamische Rechtsgelehrte wurde 1981 zum Staatspräsidenten gewählt und übte dieses Amt bis zu Khomeinis Tod im Juni 1989 aus. Ein sogenannter Expertenrat kürte ihn dann zu dessen Nachfolger. 

Unter Khameneis Führung entwickelten sich insbesondere die Revolutionsgarden zur führenden Streitmacht des Landes und wurden militärisch weitaus einflussreicher als die reguläre Armee. Als treue Unterstützer des Religionsführers übernahmen die Revolutionsgarden, die von den USA im Atomstreit unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump als Terrorgruppe eingestuft wurden, gleichzeitig auch andere Aufgaben. In den letzten zwei Jahrzehnten stiegen sie etwa zu einem wichtigen Mitspieler in der Wirtschaft auf und besetzten Sektoren wie den Tourismus und die Technologiebranche. 

Gründer der Revolutionsgarden

Auch der Geheimdienst rückte allmählich in den Einflussbereich der Revolutionsgarden. Die Auslandseinheit der Revolutionsgarden baute seit den 90er Jahren auch ihren Einfluss in der Region aus. Mit der sogenannten „Widerstandsachse“ setzte Teheran auf verbündete Milizen im Irak, Jemen, Syrien, dem Libanon und palästinensischen Gebieten. Es war gewissermaßen die militärische Abschreckung gegen den Erzfeind Israel. …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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