Ethik wird ab Herbst nun auch im Religionsunterricht unterrichtet

Politik

Einigung des Bildungsministeriums mit Vertretern der Religionsgemeinschaften, dass im Religionsunterricht „ethische Fragen“ abgebildet werden sollen.

Es ist ein hochkarätiges Panel, das an diesem Montagmorgen zusammentrifft, um eine gemeinsame Erklärung abzugeben:

Eingeladen hat Heinz Faßmann, Bundesminister für Bildung, zum Minister gesellen sich:  der katholische Bischof Wilhelm Krautwasch, Ümit Vural, Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft, Rabbiner Schlomo Hofmeister,  IGGÖ,  und Metropolit Arsenios Kardamakis.

Mit den Religionsgemeinschaften wurde vereinbart, dass in ihren Lehrplänen ethische Fragen abgebildet werden. Dazu bekennen sie sich in einer gemeinsamen Erklärung mit Bildungsminister Heinz Faßmann, um die Schülerinnen und Schüler „zu verantwortungsbewusster gesellschaftlicher Mitgestaltung zu ermächtigen“, so die Erklärung (im Wortlaut weiter unten im Text).

Worum geht es?

In Österreich gab es einen Durchbruch, nach zwanzig Jahren Ethikunterricht, der bisher nur als Schulversuch stattfinden konnte, wird Ethik ab Herbst ein Pflichtfach – aber nur für jene, die sich vom konfessionellen Religionsunterricht abgemeldet haben.

Damit dennoch auch im Religionsunterricht über wesentliche ethische Fragen diskutiert werden kann, stellen die Religionsgemeinschaften die ethischen Fragen ihrer Lehrpläne in Handreichungen dar. Diese werden den Lehrkräften zur Verfügung gestellt und vom Bildungsministerium veröffentlicht. Bei der Beantwortung dieser ethischen Fragen werden religionsspezifische Sichtweisen dargestellt, aber auch die Sichtweisen anderer Religionen und die des staatlichen Ethikunterrichts. So gelingt es, dass alle Schülerinnen und Schüler mit ethischen Fragen konfrontiert werden, egal, ob sie am Ethikunterricht oder am Religionsunterricht teilnehmen. Ethik- und Religionsunterricht werden zum Teil inhaltlich aufeinander abgestimmt.

Wortlaut der Erklärung

GEMEINSAME ERKLÄRUNG

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung und die Vertreterinnen und Vertreter der Religionsgemeinschaften geben zu Religionsunterricht und Ethikunterricht folgende gemeinsame Erklärung ab:

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Der Religionsunterricht sowie der Ethikunterricht leisten wesentliche, eigenständige Beiträge zur umfassenden Erreichung der Ziele der österreichischen Schule im Sinne von Art. 14 Abs. 5a B-VG. Eine enge Kooperation der beiden Gegenstände wird daher ausdrücklich begrüßt und gefördert.

Der Ethikunterricht soll Schülerinnen und Schüler zu selbstständiger Reflexion im Hinblick auf Wege gelingender Lebensgestaltung befähigen, ihnen Orientierungshilfen geben und sie zur fundierten Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Lebens anleiten. In der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen philosophischen, weltanschaulichen, kulturellen und religiösen Traditionen und Menschenbildern soll der Ethikunterricht einen Beitrag zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung leisten.

Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes in besonderer Weise ihre Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten mitzuwirken (Art. 14 Abs. 5a B-VG und § 2 Schulorganisationsgesetz).

Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und hat im Sinne einer ganzheitlichen Bildung ebenso kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die den Schülerinnen und Schülern ermöglichen mit sich selbst, ihrer Religion und anderen Konfessionen vertraut zu werden. Dabei werden viele ethische Themen und Grundfragen im Rahmen des Religionsunterrichts aufgegriffen und behandelt, um Schülerinnen und Schüler zu verantwortungsbewusster gesellschaftlicher Mitgestaltung zu ermächtigen.

Um die inhaltlichen Schnittpunkte von Ethikunterricht und Religionsunterricht hervorzuheben, haben die Vertreterinnen und Vertreter der Religionsgemeinschaften im Rahmen eines umfassenden Prozesses die ethische Dimension in ihren jeweiligen Religionslehrplänen in Handreichungen zusammenfassend dargestellt. Dabei wurde ein Dreiebenen-Aufbau, nämlich „Ich mit mir“, „Ich und Du“ und „Ich mit der Welt“, orientiert am Aufbau des Lehrplans für den Ethikunterricht herangezogen. Die Religionsgemeinschaften werden die Religionslehrerinnen und Religionslehrer …read more

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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