Flucht vor Wehrdienst: Bisher kaum Asylanträge aus Russland, Anstieg wird erwartet

Politik

Nach Teilmobilisierung für das russische Militär stellt Außenminister Schallenberg eine „kulante Lösung“ für Flüchtlinge aus Russland in Aussicht. Aber wie viele sind schon jetzt in Österreich? Ein Überblick.

Rund 60.000 Ukrainer haben wegen des Krieges in ihrer Heimat in Österreich Zuflucht gefunden und befinden sich in Grundversorgung. Mit der Teilmobilisierung von Reservisten für das russische Heer flüchten seit gestern, Mittwoch, vermehrt auch Russen aus ihrem Land. 

Nun stellt sich die Frage: Sollen Russen, die nicht in den Angriffskrieg ziehen wollen, ebenso unbürokratisch und rasch Schutz in Österreich bekommen wie Ukrainer, die vom Angriffskrieg betroffen sind?

Unbürokratisch bedeutet, dass Ukrainer nicht Asyl beantragen müssen, sondern nach kurzer Registrierung den Status der „Vertriebenen“ erhalten. Das Aufenthaltsrecht gilt nach einer EU-Richtlinie vorerst bis März 2023. 

„Eindeutig in Opposition zum Regime“

Eine „kulante Lösung“ für Betroffene aus Russland stellte am Mittwochabend Außenminister Alexander Schallenberg in der „ZiB2“ in Aussicht. Es habe in der Vergangenheit schon Einzelfälle gegeben, wo Studenten die Verlängerung des Aufenthaltstitel ermöglicht wurde, sagte er.

Auch von europäischer Seite glaube er nicht, dass man Russen, „die eindeutig in Opposition zum Regime stehen“ und als Flüchtlinge auftreten, in ihr Land zurückschicken werde. 

411 Asylanträge bisher

Wie aber sieht der Status Quo aus? Die Asylstatistik des Innenministeriums von August 2022 zeigt, dass bisher nur sehr wenige russische Staatsbürger in Österreich  Asyl beantragt haben. Von Jänner bis August waren es in Summe 411 Anträge. 

In Grundversorgung befinden sich 1.698 russische Staatsbürger. Der Großteil der insgesamt rund 90.000 Personen in Grundversorgung sind Ukrainer (rund 60.000). 

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Die Chancen auf Asyl standen zuletzt eher schlecht: Nur 29 Prozent der Entscheidungen waren in den vergangenen Monaten positiv, 52 Prozent negativ. 19 Prozent waren „sonstige Entscheidungen“ (z.B. wenn jemand vor Abschluss des Verfahrens das Land wieder verlässt). Bei Asylverfahren von Russen war der Männeranteil zuletzt in etwa gleich hoch wie der Frauenanteil. 

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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