Fracking in Österreich? Finanzminister leitet Prüfung ein

Politik

Staatsholding ÖBAG soll prüfen, wie Österreich von russischem Gas unabhängig werden kann. Finanzminister Brunner: „keine Denkverbote“.

Folgende Frage beschäftigt seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine Österreichs Energiepolitik: Wie kann Österreich von russischem Erdgas unabhängig werden? Prinzipiell arbeitet die türkis-grüne Bundesregierung seit Kriegsbeginn daran, Österreichs Gasspeicher zu füllen. Laut Finanzministerium (BMF) liegt der Füllstand zurzeit bei 74 Prozent. Österreich sei auf den Winter vorbereitet, heißt es.

Doch auch für die spätere Zukunft, etwa den übernächsten und die folgenden Winter, wird an Lösungen gearbeitet. „Österreich wird mittelfristig immer noch Gas brauchen. Russland ist dafür kein verlässlicher Partner mehr – und wir wollen die Kriegsmaschinerie Putins weiter schwächen“, sagt Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP).

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hat Brunner deshalb den Auftrag gegeben zu prüfen, wie Österreichs mittel- und langfristige Strategie bei der Gasversorgung aussehen muss. Brunner hat deshalb der Staatsholding ÖBAG nun einen umfassenden Prüfauftrag erteilt. „Wir analysieren, wie wir uns für die Zukunft bestmöglich aufstellen können und ob es sinnvolle Schrauben gibt, an denen wir drehen können“, so der ÖVP-Finanzminister. 

Alternative Fracking?

Der Prüfauftrag gliedert sich in mehrere Teilbereiche. Die Grundfrage: Woher könnte Österreich alternativ Gas beziehen? Bekanntlich ist Österreich zu 80 Prozent von russischem Erdgas abhängig. Verträge zwischen der teilstaatlichen OMV und dem russischen Förderunternehmen Gazprom laufen bis 2040.

Die ÖBAG soll nun Österreichs staatliche Beteiligungen analysieren, aber auch das Know-how und die Strategien anderer Länder unter die Lupe nehmen.

Der wohl politisch brisanteste Punkt des Prüfauftrags: Die ÖBAG soll sich auch das Potential der Gasförderung in Österreich anschauen. Und zwar nicht nur konventionelle Fördermethoden, die hierzulande bereits angewandt werden, sondern auch unkonventionelle. Heißt: Die ÖBAG soll das Potential der Fördermethode „Fracking“ in Österreich überprüfen. Experten schätzen, dass im Weinviertel mit dieser Methode Erdgasvorkommen gefördert werden könnten, um die Gasversorgung für 30 Jahre zu sichern.

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Brunner: „Keine Denkverbote“

Die Methode gilt unter Umweltschützern als umstritten. Österreichs „Hoffnung“: Ein vor mehr als zehn Jahren an der Montanuniversität Leoben entwickeltes Verfahren, das ohne giftige Chemikalien auskommen soll. Stattdessen werden natürliche Stoffe wie Speisestärke verwendet. Die Methode wurde bisher allerdings nur bei Labortests angewandt.

Die OMV geht jedenfalls davon aus, dass erst Ende des Jahrzehnts in Österreich Gas via Fracking gefördert werden kann. Zudem stießen geplante Projekte für Probebohrungen im Weinviertel auf breite Bürgerproteste.

„Es gibt zum aktuellen Zeitpunkt keine Denkverbote und wir haben die Verantwortung, jede Option zu prüfen, die zu mehr Versorgungssicherheit für Standort und Menschen führt“, erklärt Brunner. Die ÖBAG soll jedenfalls sämtliche Aspekte zusammenfassen und Handlungsoptionen ableiten. Diese sollen der Bundesregierung als Entscheidungsgrundlage dienen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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