Fünf Gründe, warum Biden aufhören sollte – und fünf für’s Weitermachen

Politik

Seit dem desaströsen Auftritt des US-Präsidenten im TV-Duell gegen Donald Trump fordern Teile der Demokraten seinen Rücktritt. Doch es gibt auch Gründe, warum Joe Biden bleiben sollte.

Gehen oder bleiben? Weitermachen oder auf die Bremse treten? Joe Biden steht vor existenziellen Fragen. 80 Prozent der Amerikaner halten ihren Präsidenten nach dem verkorksten TV-Duell mit Donald Trump für entschieden zu alt, um erneut für das Weiße Haus zu kandidieren. 

In einem weiteren Fernsehauftritt in der Nacht auf Samstag wehrte der US-Präsident sich gegen die Zweifel an seinem geistigen und körperlichen Zustand, vom Tisch sind sie damit aber nicht. Was spricht für, was gegen einen Rückzug Bidens vier Monate vor der Schicksalswahl?

Was für einen Rückzug spricht
Biden verschreckt Wähler und Großspender

Bidens Umfragewerte (unter 38 % Zustimmung) waren schon vor dem Auftritt in Atlanta unterirdisch. Nach der Grusel-Debatte gehen die Zahlen weiter in den Keller. Vor allem in den sieben wahrscheinlich entscheidenden Bundesstaaten hat er noch mehr an Rückhalt verloren. 

New Hampshire, New Mexiko und Virginia, bislang verlässlich „blau“ (demokratisch), sind für Trump in Reichweite gelangt. Fast die Hälfte der demokratischen Wähler will Bidens Abgang. Die Zahl derer, die ihn für fit genug halten, ist von 35 auf 25 Prozent gefallen. Bleibt er stur, könnte viele dieser Wähler am 5. November zu Hause bleiben. 

Spätestens, wenn reihenweise Großspender abwinken und Abgeordnete und Senatoren auf die Barrikaden gehen, weil durch Biden Mehrheiten im Kongress in Gefahr geraten, sind die Jetzt-erst-recht-Durchhalteparolen und Treueschwüre (Obama, Clinton etc.) Makulatur. Darum: besser jetzt den Weg freimachen.

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Trump ist eine zu große Gefahr für die Demokratie der USA

Donald Trump würde im Falle eines von Bidens unübersehbaren Defiziten begünstigten Wahlsieges die USA von links auf rechts drehen. Er hätte dabei weder Widerstand im Kongress noch beim Obersten Gericht. 

Seine autokratischen Anwandlungen – politische Gegner inhaftieren, das Militär im Inland einsetzen, zehn Millionen Einwanderer deportieren, 50 000 Staatsbedienstete feuern – würden die USA in ihren Grundfesten erschüttern.

Die Demokraten haben nur einen Schuss frei, um das zu verhindern. Joe Biden könnte trotz aller Verdienste in der Vergangenheit nur noch eine „Platzpatrone“ sein. Verliert er die Wahl, ist sein Vermächtnis ruiniert.

Es war nicht Bidens erster Aussetzer

Das Argument von der einen vergeigten Nacht ist bereits in sich zusammengefallen. Joe Biden hat sich im TV-Duell nicht nur verhaspelt und den Faden verloren. Seit Monaten sind beim Präsidenten mit steigender Frequenz Aussetzer zu beobachten. Er verwechselt Namen, Orte und Jahreszahlen. Er redet zusammenhangsloses Zeug. 

Entscheidend in Atlanta war, dass er sich von Trumps programmierter Lügen-Kanonade komplett aus dem Konzept bringen ließ. Seine eigene Politik blieb unkenntlich. 50 Millionen Amerikaner haben das miterlebt. Man kann das nicht ungesehen machen. Ein Präsident, der sich und seine „Ware“ nicht verkaufen kann, verzwergt und macht sich überflüssig.

Biden wird nicht jünger

Selbst wenn ihm ein Comeback gelingen sollte, wenn er also fit bliebe, öffentliche Auftritte bis dahin meistert, Amtsfähigkeit demonstriert und Donald Trump im November ein zweites Mal schlägt: Die Zeit läuft gnadenlos gegen Joe Biden. Er wäre 86 am Ende der Amtszeit. Seit seiner Wahl 2020 …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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