Fünf junge Menschen erklären, warum sie in die Politik gehen

Politik

Der KURIER hat sich auf die Suche nach jungen Polit-Talenten gemacht, einige gefunden und sie gefragt, was sie antreibt.

Junge Menschen spielen in der Politik eine immer wichtigere Rolle. Ein aktuelles Beispiel ist die „Fridays for Future“-Bewegung. Sie illustriert, wie stark das politische Engagement Jugendlicher mittlerweile die politische Debatte beeinflussen kann. Der KURIER hat mit Talenten mit Parteibuch gesprochen, auf der Suche nach der österreichischen Greta Thunberg oder dem neuen Sebastian Kurz.

Junge Sozialisten am Galgen

Passanten bleiben stehen und blicken auf drei Jugendliche der Sozialistischen Jugend (SJ), die vor einem Galgen, mit einer Schlinge um den Hals und schmelzenden Eisblöcken unter den Füßen ihre Forderungen veranschaulichen wollen. „Das Eis schmilzt und die Schlinge zieht sich immer weiter zu“, beklagt Vorsitzende Julia Herr. Es geht, wie so oft, um den Klimaschutz. Die Idee wurde von einer Klimademo in Köln übernommen.

Kurier/Juerg Christandl

Die Sozialistische Jugend (SJ) will mit der Aktion auf die drohende Klimakatastophe aufmerksam machen.

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Anna-Sophie Prünner (l.) legt die Schlinge um den Hals.

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Die SJ steht etwas links von ihrer Mutterpartei, der SPÖ. „Wir sind radikaler“, sagt Prünner.

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Prünner (r.) sucht auch den direkten Kontakt zu den Passantinnen und Passanten.

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Dabei versucht sie, das Ziel der Aktion zu veranschaulichen.

Mittendrin: die 19-jährige Anna-Sophie Prünner. Sie agiert für die SJ Burgenland als Frauensprecherin und kandidiert im Regionalwahlkreis Burgenland Nord auf Platz zwölf der SPÖ-Liste. Prünner „hängt“ an diesem Donnerstag, Anfang August, auch kurz am Galgen, diskutiert sie eifrig mit Passanten, teilt Flyer aus.

„Durch meine Ortsgruppe bin ich zu der sozialistischen Jugend gekommen. Außerdem bin ich von meinem Elternhaus schon als Kind politisch geprägt worden“, sagt sie. Die SPÖ vertrete ihre Grundwerte: „Gleichheit, Freiheit, Solidarität und vor allem das Menschlich-Sein.“

„CO2-Steuer überfällig“: Radikaler als die Mutterpartei

Die SJ steht ideologisch weiter links als ihre Mutterpartei, die SPÖ. Nicht bei allen Themen herrscht Einigkeit. Dazu meint Prünner: „Die SJ ist immer kritisch: Wir hinterfragen viele Sachen und sagen der SPÖ auch unsere Meinung. Wir sind radikaler.“ Mit dem Klimaschutz hätte die SPÖ schon viel früher anfangen müssen, meint sie und stellt fest: „Die CO2-Steuer ist schließlich schon längst überfällig.“

„Also gefährlich finde ich das schon! Was wenn einer auf einem der Eisblöcke ausrutscht?“, meint ein Passant. „Das muss man ja wirklich nicht auf offener Straße zeigen“, sagt ein anderer. Die Schlinge, die nur sporadisch um den Hals befestigt war, legen sich die SJ-Mitglieder jetzt nur mehr um die Schulter, um weitere Kommentare zu vermeiden.

Deutscher Grüner ohne politische Zukunft

Als Klimaschützer versteht sich auch Paul Benteler. Wenig überraschend, ist der 18-jährige doch Mitglied der Grünalternativen Jugend. Was die Grünen von anderen Parteien unterscheidet? „Ich habe das Gefühl, dass die Grünen als einzige Partei Politik für meine Zukunft machen. Sie stehen für Klimaschutz und menschliche Politik“, sagt Benteler.

Natürlich gäbe es auch Uneinigkeiten innerhalb der Partei. Gut so, meint Benteler: „Wenn jeder seine Meinungen und Ansichten teilt, ist es doch klar, dass wir ab und zu aneinander reiben. Das gehört in einer Demokratie nun einmal …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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