Herbert Kickl: „Bin bereit für das Kanzleramt“

Politik

34. FPÖ-Parteitag. Herbert Kickl wurde mit 91 Prozent als Parteichef bestätigt. Er will die FPÖ an die Spitze einer Regierung führen.

Er gibt sich „kompromisslos für Österreich“ wie auf dem Plakat hinter dem Podium in St. Pölten steht. Er lässt sich von den FPÖ-Länderchefs als „Kapitän“ bezeichnen, von „freiheitlichen Kämpfern“ (Generalsekretär Michael Schnedlitz) mit 91 Prozent der Stimmen als FPÖ-Parteichef zum zweiten Mal bestätigen. Im Jahr 2021 waren es in Wiener Neustadt 88,24 Prozent gewesen.

Dem voraus ging ein langes Sich-Einschwören gegen die „Systemparteien“, die „Systemmedien“, den „Systemkandidaten“ Alexander Van der Bellen und für die eigenen Werte. FPÖ-Chef Herbert Kickl lässt in seiner über eine Stunde dauernden Rede nichts aus, um die Funktionäre von sich zu überzeugen, um zu einem guten Ergebnis zu gelangen.

Er gibt den Familienmenschen („Busserl an meine Frau Petra und meinen Sohn Lukas“), den „verlorenen Sohn“, der in Kärnten immer einen Koffer stehen habe und ebendort an „einen gewissen Jörg Haider erinnert“, dem man einst nicht zugetraut hätte, Landeshauptmann zu werden. Kickl traut sich nach der türkis-blauen Koalition 2017 und dem Aus nach Ibiza 2019 wieder Regierungsverantwortung zu.

Bereit für Kanzleramt

Mehr noch, der ehemalige FP-Innenminister gibt sich „bereit für das Kanzleramt“, weil es nach seinem Dafürhalten Zeit ist „für eine Renaissance einer bürgerlichen-konservativen Politik“, für die „linke, sozialistische Ideologien“ (Stichwort Ampelregierung) das Feindbild sind. Was der FPÖ-Chef unter dieser Politik versteht, machen nach ihm Länderchefs wie Manfred Haimbuchner (OÖ), Udo Landbauer (NÖ) oder Mario Kunasek (Steiermark) an dem Thema der FPÖ klar: Migration. Es gehe um eine „Trennung zwischen Asyl und kontrollierter Zuwanderung“.

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APA/HELMUT FOHRINGER

NÖ-Chef Udo Landbauer, BP-Kandidat Walter Rosenkranz, Kickl

Es gehe um „Klimaschutz als Heimatschutz“, darum, dass die „vielen armen Teufel“ (gemeint ist die Bevölkerung) Geld zum Leben haben und um den Begriff der Freiheit. Um diese zu erklären, nimmt sich Kickl den deutschen Ex-SPD-Bundeskanzler Willy Brandt als Vorbild. („Die Freiheit für viele, nicht nur für die wenigen. Freiheit des Gewissens und der Meinung“) Er zitiert aber auch den amerikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump, wenn es gegen den „Gender-Wahnsinn“ geht.

An diesem Samstag geht es in St. Pölten auch darum, Muskeln zu zeigen. So wird Markus Abwerzger bereits als nächster Landeshauptmann von Tirol gesehen, Mario Kunasek als der künftige Chef in der Steiermark und Udo Landbauer als jener Mann, der in Niederösterreich der ÖVP die Absolute nehmen wird. Die Salzburgerin Marlene Svazek bezeichnet Parteichef Kickl als „die österreichische Version der Giorgia Meloni“, jener rechten Politikerin, die als italienischer Polit-Shootingstar gilt. Und er spricht bereits von Bundespräsident Walter Rosenkranz („Das ist Musik in meinen Ohren“).

Dass genau an diesem Samstag eine Umfrage von profil und heute veröffentlicht wird, die Bundespräsident Alexander Van der Bellen bei 59 und Walter Rosenkranz nur bei 13 Prozent sieht, stört an diesem Bundesparteitag niemanden. Oder wie es Manfred Haimbuchner in seiner Rede sagt: Dass Rosenkranz in eine Stichwahl kommt, wisse man nicht aus Umfragen, sondern aus der Stimmung in der Bevölkerung.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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