Herr Strache kehrt zurück nach Ibiza

Politik

Puls24 geleitete den FPÖ-Politiker an den Ort, der sein Schicksal besiegelt hat: Die berühmte Ibiza-Finca. Ein sehenswertes Stück Fernsehen

Heinz-Christian Strache sitzt mit schwarzer Maske, dem Standard und veganen Vejas-Sneakers am Flughafen. Er nimmt seine Maske ab. Sein bekanntes Gesicht ist womöglich das einzige Kapital, das aus seiner politischen Karriere übrig ist. In der Szene kehrt er mit Puls24 noch einmal an jenen Ort zurück, der ihn alles gekostet hat: Eine mit Kameras präparierte Finca in Ibiza.

Eigentlich war ein Interview geplant. Geworden ist es „ ein bisschen ein Roadmovie“, wie Puls4-Infochefin Corinna Milborn sagt. Sie hat den ehemaligen FPÖ-Chef und Vizekanzler in die einst mit Kameras präparierte Finca auf der Ferieninsel eingeladen. In dem Klein-SUV, mit dem Milborn ihn abholt, ist wenig Armfreiheit für den ehemaligen Vizekanzler, der Fahrzeuge größerer Klassen gewohnt war.

Nicht die einzige Dimension, die nicht so recht passen will: Die Finca, in der ihm die Videofalle gestellt worden ist, schaut viel bescheidener aus als in Fernsehen und Erinnerung. Das Wohnzimmer bringt Strache aus der Fassung: „Das ist ja so klein!“ ruft er und hastet durch die Finca. Der einzige Moment, in dem man dem stets kontrolliert eine authentische Reaktion abkauft.

Das Zimmer bleibt bescheiden und Strache nimmt bereitwillig Platz auf der verhängnisvollen Couch, die wie ein politisches Mahnmal immer noch in der Ecke steht.

Fünf Jahre

Die stockenden Erinnerungen sind verständlich: Denn vor ganzen fünf Jahren wurde Strache hier von Julian Hessenthaler in einer Videofalle hereingelegt. „Zack, Zack, Zack“ – und Strache war im Mai 2019 politische Geschichte.

  Kaum Chancen gegen die Waffenlobby

Er bleibt bei seiner Story: Erstens sei ihm irgendwas verabreicht worden, zweitens habe er in den ganzen sieben Stunden nie Korruptionsbereitschaft gezeigt. Dass große Teile der Öffentlichkeit anderer Meinung sind – egal. Dass er sich bis auf die Knochen blamiert hat? „Ehrlich differenzierend“, sei sein Auftritt nicht besonders gelungen gewesen, aber grob überbewertet. Vor allem hätte er nie als Parteichef gehen sollen. Drei Jahre nach Ibiza geht einer, der seine politischen Gegner immer grob simplifizierend verunglimpfte, sehr großzügig mit sich selbst um.

Im Gegenschnitt sieht man Hauptverschwörer Hessenthaler, der selbstbewusst kommentiert, was er da politisch angerichtet hat. Er selbst sitzt gerade im Gefängnis wegen Drogenhandels. „Unschuldig“. Was war schuld? Das Ibiza-Video.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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