Hohe Impfquote, trotzdem Fernlehre: Wie die Unis durch den Winter kommen

Politik

Impfbereitschaft unter Studenten weit höher als in der Gesamtbevölkerung, trotzdem ist kaum Präsenzlehre möglich. Die Uni Klagenfurt verlängert ihren Lockdown bis 9. Jänner und will danach wieder 2-G.

82 Prozent der Studierenden in Österreich sind vollständig geimpft: Ein Wert, von dem Virologen in Hinblick auf die Gesamtbevölkerung nur träumen können. Da liegt die Durchimpfungsrate nur bei rund 66 Prozent. 

Besonders hoch ist die Impfbereitschaft bei den höheren Studienarten: Bei den Bachelor-Studien sind 82 Prozent durchgeimpft, bei den Master-Studien schon 84 und bei den Doktorat-Studien sogar 87 Prozent. Den höchsten Wert haben die Medizinischen Universitäten mit 90 Prozent. 

Das sind Daten der Statistik Austria vom 30. September (aktuellere Zahlen liegen derzeit nicht vor). Man darf davon ausgehen, dass die Zahlen inzwischen noch höher sind und viele auch schon den Drittstich haben. 

Kritik an Online-Lehre

Und dennoch: Vom Lockdown, der bis zum 12. Dezember gilt, sind Studierende in ihrer Ausbildung ebenso betroffen wie alle anderen in Österreich. Die meisten Unis haben auf Online-Lehre umgestellt. 

Die Österreichische Hochschülerschaft hat diesen Umstand zuletzt heftig kritisiert. Die linke Koalition aus VSStÖ, Gras und FLÖ forderte sichere Maßnahmen für Hybridbetrieb und kein Zurück zu reiner Online-Lehre. 

Ihr Wunsch bleibt in weiten Teilen des Landes unerfüllt: Die Unis in Wien, Salzburg, Linz und Innsbruck halten nur einzelne Lehrveranstaltungen in Präsenz ab – beispielsweise technische Labors und Sportübungen. 

Strengere Regeln in Klagenfurt

So hält es auch die Uni Klagenfurt. Vor dem Lockdown galten hier bereits strengere Regeln als anderswo: Seit 10. November durften nur noch geimpfte oder genesene Studierende die Uni betreten – nötig war ein 2-G-Nachweis. 

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Mit ein Grund war, so erklärt Uni-Rektor Oliver Vitouch, dass die Durchimpfungsrate unter den Klagenfurter Studierenden niedriger ist als in anderen Bundesländern. Sie lag Ende September nur bei 75 Prozent.

Dazu komme, dass die PCR-Testkapazitäten in Kärnten nicht ausreichend seien. 2,5-G, wie viele andere Unis vorgeschrieben haben, würde in Klagenfurt nicht zuverlässig funktionieren, meint Vitouch, deshalb habe man sich für 2-G entschieden. Das galt zu der Zeit übrigens auch in Gastronomie und Handel, bis der allgemeine Lockdown die Regelung überholt hat. 

Nach dem Lockdown will die Uni Klagenfurt jedenfalls zu 2-G zurückkehren, kündigt der Uni-Rektor im KURIER-Gespräch an.

APA/HANS KLAUS TECHT

Wobei der Lockdown an der Uni Klagenfurt etwas länger dauern wird: Die Unterbrechung der Präsenzlehre wird bis 9. Jänner 2022 dauern. Im Dezember wären bis zur Weihnachtspause ohnehin nur noch wenige Tage übrig, erklärt Vitouch. Und man sorge dadurch noch für einen zusätzlichen Sicherheitspuffer. 

Im Jänner läuft nämlich die klassische Prüfungszeit an. „Wir hoffen sehr, bis dahin zumindest in einen partiellen Präsenzbetrieb gehen zu können“, sagt Vitouch.

Kritik und Frust der Studierenden kann Vitouch, der auch Vizepräsident der Universitätenkonferenz (Uniko) ist, nachvollziehen. „Ich spüre aber eine große Solidarität, damit wir endlich gemeinsam aus dieser pandemischen Situation herauskommen.“ 

Die Uni hat sich ein Ziel gesetzt: Ab März, wenn das Sommersemester startet, soll Präsenz wieder im Vollbetrieb möglich sein. Dann eben mit 2-G.

Lockerer in Graz

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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