Jung, rot, Feministin: Die Wunschkandidatin für den SPÖ-Frauen-Vorsitz

Politik

Bei den SPÖ–Frauen steht ein Generationswechsel bevor. Die 27-jährige Eva-Maria Holzleitner soll auf Gabriele Heinisch-Hosek folgen.

Als Gabriele Heinisch-Hosek ihren Rückzug als Frauenchefin der SPÖ ankündigte, tat sie das nicht ohne einen Vorschlag für ihre Nachfolge – und eine kleine Provokation. „Sie ist eine Teamplayerin, die ihre Frau steht und sich von alten weißen Männern nicht einschüchtern lässt“, beschrieb Heinisch-Hosek ihre Wunschnachfolgerin Eva-Maria Holzleitner. Da fühlten sich prompt einige der angesprochenen Herren auf den Schlips getreten.

Doch die 27-jährige Holzleitner hält es wie ihre Vorgängerin: Auch sie sieht ein Problem mit „alten, weißen Männern“, etwa „wenn sie ohne Konsequenzen Frauen ihr Engagement mit einem degradierenden Ausruf vollkommen absprechen“. Als Beispiel nennt Holzleitner den „Widerwärtiges Luder“-Sager des Tiroler Landes-Vize Josef Geisler.

Dass die Welserin neue Frauenchefin der Sozialdemokraten werden soll, kam parteiintern für viele überraschend, gilt aber als fix, auch wenn sie die Delegierten der Bundesfrauenkonferenz am 25. Juni erst wählen müssen.

Eva-Maria Holzleitner, genannt „Evi“, ist seit Schulzeiten fest in der Partei verankert. Sie trat der SPÖ-nahen Aktion Kritischer Schüler bei, später dem VSStÖ und schließlich der Welser Stadtpartei. Außerdem ist sie Landesvorsitzende der Jungen Generation in Oberösterreich.

Dass die studierte Sozialwirtschafterin 2017 in den Nationalrat einzog, „verdankt“ sie dem Wahlverlust der Roten, wodurch sich ein Mandat verschob und sie von der Landesliste nachrückte. In der vergangenen Legislaturperiode saß sie dann unter anderem im BVT-U-Ausschuss, jetzt ist sie Teil des Ibiza-U-Ausschusses.

Dass es in Österreich frauenpolitisch einiges zu tun gibt, habe sie auch am Beispiel Nationalrat gesehen, erzählt sie dem KURIER. „Männer unterstützen Männer sofort, wenn diese zu einer Gruppe dazukommen – auch im Nationalrat war das ein Phänomen, das mir gleich aufgefallen ist. Die jungen männlichen Kollegen sind sofort von den Erfahreneren unter die Fittiche genommen worden“. Nicht zuletzt darum hält Holzleitner fest: „Ich glaube, dass für Frauen eines essenziell ist: Bildet Banden!“

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„Pro Choice is ois“

Aufholbedarf gebe es aber noch in anderen Bereichen. „Gerade die Krise hat gezeigt: Frauen hackeln unendlich viel im Gesundheitsbereich, im Handel usw., haben aber auch zu Hause einen Großteil der Last. Wir müssen schauen, wie wir sie entlasten und Arbeit fair verteilen – die bezahlte, wie auch die unbezahlte.“

Besorgt zeigt sich die jüngste SPÖ-Abgeordnete darüber, „dass in Europa das Recht auf Schwangerschaftsabbruch nicht fix gesetzt ist.“ In Österreich müsse die Devise sein, keinen Millimeter davon abzurücken. Oder, wie sie es sehr oberösterreichisch sagt: „Pro Choice is ois.“

Und dann ist da noch das Bauchweh-Thema Quote, das bei Holzleitner gleichermaßen Ungeduld und Kampfesgeist auslöst: „Ich habe es satt, weiter darauf zu warten, dass Frauen z. B. bei Aufsichtsratsposten nicht nur ein Stück des Kuchens bekommen, sondern die Hälfte der Bäckerei.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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