Kein Ben & Jerry’s-Eis mehr in besetzten Palästinensergebieten

Politik

Der Verkauf sei nicht mit den Unternehmenswerten vereinbar, teilte der Hersteller mit. Israel ortet „Kapitulation vor Antisemitismus“.

Cookie Dough, Netflix & Chilll’d oder Strawberry Cheesecake – mit ausgefallenen Eiscreme-Sorten hat sich Ben & Jerry’s weltweit eine Fangemeinde aufgebaut. Siedler im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem müssen allerdings schon bald darauf verzichten.

Wie Ben & Jerry’s auf seiner Website bekannt gab, wird der Vertrag mit dem israelischen Lizenznehmer, der das in die besetzten Palästinensergebiete gelieferte Eis bisher produzierte, Ende 2022 nicht verlängert. In Israel werde weiter verkauft.

„Es ist unvereinbar mit unseren Werten, Ben & Jerry’s Eiscreme in den okkupierten palästinensischen Gebieten zu verkaufen“, heißt es in der Mitteilung. Man erkenne die „von unseren Fans und zuverlässigen Partnern geteilten Bedenken“ an. Welche Partner gemeint sind, ließ das Unternehmen offen.

Von palästinensischer Seite wurde der Schritt größtenteils begrüßt. Auch die israelisch-arabische Politikerin Aida Touma-Sliman bezeichnete ihn als „angemessen und moralisch“.

Der israelische Außenminister Jair Lapid sprach dagegen von einer „schändlichen Kapitulation vor Antisemitismus“. Die israelische Botschaft in Österreich twitterte: „Die Entscheidung von B&J ist armselig & falsch.“

 

Sie sei das Resultat von aggressivem Druck durch „extreme Anti-Israel-Gruppen“. Der Dachverband jüdischer Siedler forderte alle Israelis auf, Ben & Jerry’s zu boykottieren. Man solle lieber bei israelischen Produzenten kaufen.

Politisch engagiert

Ben & Jerry’s war 1978 im US-Staat Vermont von den Freunden Ben Cohen und Jerry Greenfield gegründet worden. Das auf Fairtrade und Nachhaltigkeit setzende Unternehmen, das seit dem Jahr 2000 zum britisch-niederländischen Unilever-Konzern gehört, engagiert sich immer wieder politisch, etwa im Zuge der BlackLivesMatter-Bewegung.

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2018 wurde die Eissorte „Pecan Resist“ lanciert, die Widerstand gegen die Politik des damaligen Präsidenten DonaldTrump ausdrücken sollte, der Erlös aus dem Verkauf ging an mehrere NGOs.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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