KI – Die digitale Revolution im Klassenzimmer

Politik

Diese Revolution wird nicht stattfinden – sie findet bereits statt. Mit atemraubender Geschwindigkeit sind KI-Werkzeuge wie ChatGPT auch im Schulalltag angekommen – ob wir wollen oder nicht. Das Bildungssystem muss sich sehr schnell darauf einstellen

Seit Langem hört man von den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI, auf Englisch Artificial Intelligence, AI), auch wenn das nur für wenige wirklich greifbar war.

Seit Ende 2022 ist mit ChatGPT ein ganz simpel zu bedienendes KI-Programm kostenlos anwendbar, seit Mai 2024 ist die Version ChatGPT 4.o online – das „o“ steht für „omni“, weil es eigentlich alles kann: Aufsätze, Zeitungsartikel, Analysen, Rechenschritte, Fremdsprachen. Es empfiehlt sich, das Programm unter chatgpt.com sowie alle anderen aus der Linkliste rechts einfach einmal zu testen.

Gewaltig wie das Internet

Niemand kann heute seriös abschätzen, wie die Künstliche Intelligenz unseren beruflichen und privaten Alltag verändern wird. Vorteile wie Nachteile sind offensichtlich. Klar ist nur, dass die KI-Revolution ähnlich gewaltig wie die Erfindung des Internets 1991 ist.

Das gilt ganz besonders für die Schulen. Warum sollen Lehrer ihren Schülern weiterhin Hausaufgaben, Aufsätze oder Referate aufgeben, wenn die Schüler diese in wenigen Sekunden von AI-Werkzeugen erledigen lassen können?

Das passiert längst, und nicht wenige Pädagogen mühen sich bereits unwissend durch passable KI-generierte Texte. Erstes „Opfer“ der KI soll nun die vorwissenschaftliche Arbeit (VWA) werden, das ist ein zentrales Element ab der 7. Klasse AHS. Bildungsminister Martin Polaschek will die verpflichtende VWA wegen der KI-Werkzeuge jetzt wieder abschaffen, freiwillig soll sie weiter möglich bleiben. Unklar bleibt, was das am Grundproblem ändern soll.

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„Minister kann nicht vor KI davonlaufen“

Für die Neos-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre ist Polascheks Vorgehen nicht zufriedenstellend: „Bildungsminister Polaschek drückt sich konsequent davor, dass alle, die KI in Zukunft betreffen wird, das entsprechende Knowhow erhalten und setzt mit der Abschaffung der verpflichtenden VWA ein völlig falsches Signal“, sagt sie zum KURIER. „Polaschek kann vor KI nicht davonlaufen, sondern muss Lehrerinnen und Lehrern das notwendige Werkzeug in die Hand legen sowie den Schulen die notwendige Freiheit geben, um klug und immer aktuell mit KI arbeiten zu können. Unsere Kinder und Jugendlichen verdienen eine Schulbildung, die auf der Höhe der Zeit ist und neue Chancen und Herausforderungen aktiv anpackt und miteinbezieht.“ 

Das Ministerium machte zwar klar: „Schüler/innen sollen wissen, dass die Schule und ihre Lehrer/innen über den missbräuchlichen Einsatz von generativen KI-Tools Bescheid wissen und durch unterschiedliche Maßnahmen unredlich erbrachte Leistungen erkennen können.“ In der Praxis ist dieses Erkennen aber alles andere als trivial, besonders für wenig EDV-affine Lehrkräfte.

Somit stoßen die größtmöglichen Gegensätze aufeinander: Ein Bildungssystem, dessen Reformgeschwindigkeit in Jahrzehnten angegeben werden muss, prallt auf eine Technologie, die sich jetzt im Wochentakt fundamental verändert.

Es gibt aber zahlreiche Pädagogen, die bereits ein großes Wissen über die unterschiedlichen Möglichkeiten von KI haben. Einer davon ist Bernhard Gmeiner vom Wiener Gymnasium GRG15 auf der Schmelz. Er erlaubt seinen Schülerinnen und Schülern ganz offiziell den Einsatz von KI-Werkzeugen für seinen Unterricht:

„Sie müssen aber dokumentieren, wie sie diese Werkzeuge einsetzen, das kann ja sehr konstruktiv sein. Diese offizielle Erlaubnis führt aus meiner Sicht dazu, dass die Eigenleistung klar ersichtlich bleibt und die KI nicht alles macht. Ich …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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