Kommentar zu Christchurch: Ein Angriff auf alle offenen, toleranten Gesellschaften

Politik

Christchurch liegt 18.000 Kilometer von Berlin entfernt. Am anderen Ende der Welt. Und doch kommen uns die Bilder, die Nachrichten, das Entsetzen nach dem Terroranschlag auf Muslime in der neuseeländischen Stadt so nah, so seltsam vertraut vor. Das ist nicht verwunderlich.

Die Tat folgt einem terroristischen Denken, das auch hier wohlbekannt ist. Sie folgt einer rassistischen Weltanschauung, die in Deutschland einst mörderische Staatsräson war. Dieses Denken ist immer noch unter uns, es gewinnt sogar wieder mehr Raum und Öffentlichkeit als seit Jahrzehnten. Und es schlägt immer wieder auch in todbringenden Terror um.

Anders Breivik: Geistige Verwandtschaft zum NSU

Die Mordserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds, der neun in Deutschland lebende Muslime und eine Polizistin zum Opfer fielen, ist so ein Beispiel.

Oder das Massaker des Massenmörders Anders Breivik an norwegischen Kindern und Jugendlichen 2011. Er war mit seiner rechtsextremistischen und islamfeindlichen Einstellung ein geistiger Verwandter des NSU.

Vor dem Hintergrund der Todesschüsse von Christchurch erhalten die anonym verschickten Mails eine neue Brisanz, mit denen linke Politiker, Anwälte und Journalisten in Deutschland seit Monaten von einer „Nationalsozialistischen Offensive“ bedroht werden. Die Absender kündigen darin an, Briefbomben zu verschicken und Menschen auf offener Straße zu exekutieren.

Ähnlich bedroht wird die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz, die im NSU-Prozess Angehörige von Opfern der Mörderbande vertreten hat. Hier besteht sogar der Verdacht, dass die Angriffe aus dem Polizeiapparat heraus gestartet wurden.

Den ideologischen Überbau liefert derweil die rassistische „Identitäre Bewegung“, die radikal völkische Ideen vertritt und bis in die AfD hinein vernetzt ist.

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Source:: Berliner Zeitung – Politik

      

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