KURIER-History: Wie Taiwan vom „Haufen Dreck“ zum Krisenschauplatz wurde

Politik

Für Peking, das Taiwan als „rebellische Provinz“ betrachtet, geht es auch um Revanche für eine historische Niederlage

Raketen im taiwanesischen Luftraum, Großaufmarsch der Marine und ein Manöver, das nicht nur die Supermacht-Stärke der chinesischen Streitkräfte demonstrierte, sondern auch beängstigend deutlich machte, was man da vor der Küste der Insel übte: Totale Blockade oder sogar eine militärische Invasion.

Es ist ein Jahrzehnte alter Konflikt, den der Besuch der US-Kongressabgeordneten Nancy Pelosi von Neuem angefacht hat. Und er gab Chinas Präsident Xi Jinping die Möglichkeit eine schon oft geäußerte Drohung an die USA zu richten. Die USA, so bekam es Joe Biden wieder einmal zu hören, sollten aufhören, im Streit um Taiwan „mit dem Feuer zu spielen“.

Bei jeder Gelegenheit kommt Xi auf das Thema zu sprechen, zuletzt bei den 100-Jahr-Feiern von Chinas kommunistischer Partei. Peking, so betont er, habe das Recht auf die Wiedervereinigung mit Taiwan. Spätestens 2049, wenn China endgültig die Führungsmacht der Welt sein werde, werde auch die Insel wieder ganz zum Mutterland gehören.

Und um dem Nachdruck zu verleihen, lässt Xi nicht nur seine Marine zu Großmanövern aufmarschieren, sondern auch sein internationales Propagandaorgan Global Times offene Drohungen formulieren: „Das Festland muss sich für eine direkte militärische Konfrontation in der Taiwanstraße vorbereiten.“

Doch bei der Wiedervereinigung mit Taiwan geht es nicht nur um die kleine, wenn auch wirtschaftlich sehr potente Insel, es geht die Wiedergutmachung für die „100 Jahre der Demütigung“, wie es Xi selbst formuliert.

Taiwan, Ende des 19. Jahrhunderts von Japan okkupiert, ist aus der Sicht Pekings das letzte Mahnmal für die Niederlagen des tödlich geschwächten Kaiserreiches gegen fremde Mächte von Großbritannien bis Russland. Die holten sich von China, was ihrem Machthunger entsprach, von Hongkong bis Wladiwostok, zwangen ihm einen Opiumkrieg auf, der es auch wirtschaftlich endgültig ruinierte.

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Der Weg zur Weltmacht ist aus der Sicht Xi s auch der Schlussstrich unter einer Rechnung, die China mit der Geschichte hat.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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