Kurz umgarnte Kreml-Chef, um Gipfel Putin-Biden nach Wien zu lotsen

Politik

Österreichs Kanzler stellte in Telefonat auch den Kauf von einer Million Dosen des russischen Impfstoffes Sputnik V in Aussicht.

Östereichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat am Freitag Wladimir Putin angerufen und mit dem russischen Staatschef über bilaterale sowie aktuelle internationale Fragen gesprochen. Kurz bot zudem Wien als Ort eines möglichen Gipfeltreffens der Präsidenten der USA und Russlands an. Dies gab der Kreml am Nachmittag bekannt. Ein Sprecher des Bundeskanzleramts bestätigte der APA das Telefonat. Gesprochen wurde auch über den Sputnik-Impfstoff, Weißrussland, Ukraine und über den inhaftierten Oppositionsführer Alexej Nawalny.

APA/AFP/SPUTNIK/ALEXEY MAISHEV

Kreml-Chef Putin bestätigte das Gespräch mit Kurz

„Der Bundeskanzler schlug vor, Wien als Ort eines möglichen russisch-amerikanischen Gipfeltreffens ins Auge zu fassen, wenn über die  Durchführung Einigung erzielt werden sollte“, erklärte der Kreml. Zudem habe sich Kurz für seine Einladung zum Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg im Juni bedankt und seine Zusage zur Teilnahme als „einer der wichtigen Gäste“ der Plenarsitzung per Videoschaltung bestätigt, hieß es. Auf APA-Nachfrage bestätigte ein Sprecher des Bundeskanzleramts Kurz‘ Teilnahme an der russischen Prestigeveranstaltung und ergänzte, dass auch der Kauf von einer Million Impfdosen Sputnik V durch Österreich nach einer Zulassung durch die EU-Arzneimittelagentur (EMA) thematisiert worden sei.

REUTERS/Alexander Natruskin

US-Präsident Biden könnte Putin bei seiner Europa-Tour im Juni treffen. Im Bild: Zusammenkunft 2011

Nach der Pandemie solle die wirtschaftliche Zusammenarbeit und der touristische Austausch wieder intensiviert werden, erläuterte das Bundeskanzleramt einen wichtigen Hintergrund des Telefonats. Das Handelsvolumen mit Russland habe vor der Pandemie 2019 rund 5 Mrd. Euro betragen, und es habe rund 1,2 Millionen Nächtigungen russischer Touristen in Österreich geben. Nunmehr gelte es, diesen Austausch nach der Pandemie wieder rasch anzukurbeln, betonte der Kurz-Sprecher.

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Krisenherd Ukraine

In der Aussendung des Kremls hieß es weiter, dass Putin – auf die Bitte von Kur – den Zugang Russlands bei der „Regulierung der innerukrainischen Krise“ erklärt und auf die Notwendigkeit verwiesen habe, dass Kiew dafür die Minsker Abkommen völlig und bedingungslos umsetzten müsse.

Krisenherd Weißrussland

In Bezug auf die Situation in Belarus (Weißrussland) sei von russischer Seite die Unzulässigkeit einer äußeren Einmischung in die inneren Angelegenheiten dieses Staates unterstrichen worden. Auch die „Frage Alexej Nawalny“ sei tangiert worden, informierte Moskau.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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