„Nach eineinhalb Jahren endlich keine Angst mehr“

Politik

In Israel hält nach den Corona-Lockdowns das „normale Leben“ wieder Einzug. Wie Privatpersonen die Öffnungen erleben.

Etwas länger als ein Jahr war alles anders in Israel. Masken im Freien gehörten zum Stadtbild, geschlossene Geschäfte, Bars, Restaurants. Doch wie in aller Welt mittlerweile bekannt, hat Israel durch seine fortschreitende Durchimpfung Schritt für Schritt immer mehr Lockerungen zugelassen. Zuletzt fiel auch die Maskenpflicht im Freien. Auch weitere Öffnungen im Kultur- und Sportbereich wurden zuletzt abgesegnet, Lockerungen für Gastro und Nachtclubs.

Voraussetzung ist auf der einen Seite ein kleiner violetter Sticker am Eingang zu Geschäften und Cafés. Auf der anderen Seite ein QR-Code am Handy oder Zettel für Geimpfte oder Genesene. Der „Grüne Pass“. Jeder und jede, die ihn hat, kann – so gut wie – Normalität leben. Doch wie fühlt sich das an? Ist alles wie früher? Ist man wieder ausgelassen oder bleibt man vorsichtig? Der KURIER hat mit Menschen in Israel gesprochen, die ihre eigene Sicht auf die Öffnungen schildern.

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Privat

Wann war die letzte Party, auf der du warst?

Die letzte „Party“, auf der ich war, war am Sonntag, also vor 4 Tagen. Party unter Anführungszeichen, weil es eine Open-Air-Veranstaltung in einer Bar in der Nähe vom Strand war und wir an einem Tisch gesessen sind – mit relativ viel Abstand zu anderen. Danach hätte es noch die Möglichkeit gegeben nach drinnen auf die Tanzfläche zu gehen, wo man ab Mitternacht dann richtig hätte feiern können. Dafür waren wir aber einerseits zu müde, weil wir nach den Lockdowns es einfach nicht mehr gewohnt sind auszugehen. Und auf der anderen Seite versuchen wir, obwohl wir geimpft sind, den engen Kontakt zu anderen Menschen weiterhin zu meiden.

  Türkis-grüner Reibebaum

So denken hier aber die wenigsten, es fühlt sich in Israel so an, als wäre der „Grüne Pass“ die Freikarte zu einem normalen Leben. Vor allem wenn man in Tel Aviv lebt, könnte man wirklich jeden Tag auf eine andere stark besuchte Party gehen, ob Out- oder Indoor, hier stehen einem geimpften Menschen alle Möglichkeiten offen.

Hast du während der Lockdowns auch mal deine Freunde getroffen?

Während des Lockdowns haben wir uns sehr streng an die Regeln gehalten und wir hatten das Gefühl, dass die breite Masse sehr bemüht ist sich an alle Abstandsregeln zu halten, außerdem würde sagen, dass sich “auf der Straße” mehr als 95% der Leute an das Masken Mandat gehalten haben. Freunde haben wir während des Lockdowns keine getroffen.

Wir haben eine sehr liebe Gastfamilie, zu der wir normalerweise jeden Freitag zu einem Sabbat-Dinner eingeladen sind, auch darauf mussten wir leider verzichten. Ab und zu haben sie uns trotzdem ihre Köstlichkeiten in Tupperwares vorbei gebracht, worüber wir sehr dankbar waren. Es ist uns in solchen Situationen sehr schwer gefallen keine Umarmungen als Dankeschön zu vergeben.

Wie war es – nach der Öffnung – wieder ohne Maske und Abstand zusammenzukommen?

Als der Lockdown vorbei war, durften wir zwar wieder zu unserer Gastfamilie und zum Strand, die Situation war aber trotzdem noch etwas angespannt und sonst hatte auch noch nichts …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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