ÖVP-Kandidat Lopatka zur Causa Schilling: „Ich würde meinen Rücktritt anbieten“

Politik

Zu den Vorwürfen um die grüne Spitzenkandidatin wollte sich der ÖVP-Spitzenkandidat nicht konkret äußern, zu Ethik und Moral fiel ihm aber einiges ein.

Im Vorfeld der ORF-„Pressestunde“ am Sonntag ließ Reinhold Lopatka, Spitzenkandidat der ÖVP bei der EU-Wahl, wissen, dass er sich zur Causa um seine grüne Konkurrentin Lena Schilling nicht äußern wolle – das sei Privatsache. 

Offenbar hat er es sich anders überlegt. Lopatka sprach zwar nicht explizit über die Vorwürfe, die gegen die 23-Jährige erhoben werden, zum Thema Integrität und Moral fiel ihm dann aber doch einiges ein.

Transparenz und Offenheit bei den Grünen

Zunächst meinte der ÖVP-Spitzenkandidat und langjährige Nationalratsabgeordnete, dass es „Sache der Grünen“ sei, wie sie mit diesen „schweren Vorwürfen“ umgehen. 

Er erinnerte daran, dass die Grünen ja für Transparenz und Offenheit stehen – sie hätten in ihrem Europaprogramm sogar eine „Ethikbehörde“ vorgeschlagen, um den Charakter von Abgeordneten zu durchleuchten. 

Lopatka: „Ich bin nicht hier, um den Grünen Ratschläge zu geben. Ich sage nur: Das, was sie immer fordern – auch auf Europaebene fordern – das sollen sie auch tun.“ 

Und er erwarte sich auch, dass die Grünen mit Clemens Stammler „anständig“ umgehen. Stammler habe sein Mandat verloren wegen eines Vorfalls, der mit Schilling im Zusammenhang steht. Es gebe viele offene Fragen, die in der Pressekonferenz der Grünen am Mittwoch „überhaupt nicht beantwortet“ worden seien, kritisiert Lopatka. 

Kein Privatleben mehr

Die Linie der Grünen ist, dass es um „anonyme Vorwürfe und Gerüchte“ aus dem Privatleben Schillings geht, die nichts mit ihrer politischen Tätigkeit zu tun hätten.

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Lopatka sieht das anders: „Wenn man auf dem Weg ist zum Politiker, wenn man kandidiert, dann ist man nicht mehr privat. Ob ich laufen gehe oder in die Sauna – die Öffentlichkeit schaut zu.“ Auf den Artikel 8 der Menschenrechtskonvention (den Schutz des Privat- und Familienlebens) könne man dann nicht mehr zählen. 

Und er widerspricht auch Vizekanzler und Grünen-Chef Werner Kogler: „Das ist kein anonymes Punktpunktpunkt.“ Es gebe immerhin eine gerichtliche Entscheidung zu einem der Vorwürfe. 

„Charakter ist Grundvoraussetzung“

„Was wäre denn ein guter Umgang der Grünen mit der Causa?“, fragt Petra Stuiber, stellvertretende Chefredakteurin des Standard, nach. 

„Ich möchte auf die Sache nicht eingehen“, schickt Lopatka voraus. Ganz generell sagt er: „Als das öffentlich geworden ist, hat die grüne Spitzenkandidatin gemeint, das eine ist der Charakter, das andere ist die Politik. Ich sehe das anders: Für mich ist der Charakter eine Grundvoraussetzung, um politisch erfolgreich sein zu können.“ 

Dazu drei Punkte: Es gebe erstens das Strafgesetzbuch, zweitens ethische Normen und drittens die höchstpersönliche Moral. Und wenn man in die Politik geht, dann müsse man Standards beachten, die über das Gesetzliche und Ethische hinausgehen, so der 64-jährige ÖVP-Mandatar. 

„Verantwortung der Bewegung gegenüber“

Gefragt nach den Konsequenzen, weicht Lopatka wieder etwas aus. Wie gesagt: Er möchte den Grünen ja keine Ratschläge geben. 

Wenn aber die Vorwürfe, über die der Standard berichtet hat, stimmen – „und wenn mir das passiert wäre, dann hätte ich mit meinen Parteifreunden geredet und dann hätte es eine Entscheidung gegeben“, sagt Lopatka.

Auf Nachfrage, ob er dann seinen Rücktritt anbieten würde, sagt er: „Selbstverständlich würde ich meinen Rücktritt anbieten“, sagt Lopatka. „Es geht um …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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