Pammesberger: „Legislative, Exekutive und Karikative“

Politik

Michael Pammesberger über den „Ampel-Rudi“, Kritik am „heißgeliebten Kanzler“, Weihnachten mit Corona-Kugeln und sein Homeoffice-Dasein in der „Kommod-Hose“.

KURIER: Lieber Kollege! Ich erreiche Dich im Lockdown nicht in der Redaktion, sondern telefonisch im Burgenland. Indiskrete Frage: Bist du anders angezogen als sonst?

Michael Pammesberger: Selbstverständlich. Ich bin in der Kommod-Hose, in der typisch ländlichen Verwahrlosung, die immer einsetzt, wenn man den dritten Tag am Land ist.

Das heißt, wir reden von einer Jogginghose im Lederhosen-Stil?

Ländlich, sittlich, dezent – aber doch mit einem gewissen Grund-Chic. Ich bin Homeoffice gewohnt, da ich schon in der Vor-Corona-Zeit außerhalb der Redaktion gearbeitet habe.

Dafür hast Du alle Pressekonferenz seit März natürlich mitverfolgt?

Nein, das habe ich nicht. Aber ich möchte aktuelle und tagesaktuelle Zeichnungen machen, das Tagesgeschehen kommentieren, und darum muss ich aufpassen. Natürlich bringt mir der Kontakt mit gescheiten Leuten, die sich mit Politik beschäftigen, nämlich mit Journalisten, etwas.

Wie bewerkstelligt Du das jetzt im Lockdown?

Ich bin nicht immer darauf angewiesen, weil man nach 30 Jahren als politischer Kommentator eine gewisse Erfahrung hat und die Dinge aus der Nachrichtenlage herauslesen kann.

Welche ist Deine Informationsquelle Nummer eins?

Nicht nur, weil ich familiär damit verbunden bin, sondern einfach, weil es das ausführlichste tägliche Informationsmaterial ist, sind es die Journale von Ö1 – und natürlich schaue ich alle Zeitungen an.

Und für den USA-Wahlkampf Fox News?

Fox News war in der unmittelbaren Wahlberichterstattung okay. Dazwischen habe ich gezappt zwischen CNN, BBC und Fox News und bin leider bissel reingekippt.

Michael Pammesberger

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Du bist nächtens aufgestanden und hast Dir die Auszählung gegeben, die über Tage gedauert hat?

Ich bin lange aufgeblieben und habe immer noch gehofft, dass wir bald ein Ergebnis haben. Letztendlich ist es immer noch nicht gekommen, aber es ist spannend.

Wird es unspannend, wenn Trump die Bildfläche verlässt und Biden die Bühne betreten wird?

Überhaupt nicht. Trump hat natürlich eine Figur, die für die Witzemacher sehr geeignet war. In seiner Ernsthaftigkeit war er eine Witzfigur. Er hat auch viel Stoff geliefert, aber manchmal fand ich, er hat die magische Grenze überschritten und die Satire selbst übernommen. Das schätze ich nicht, denn ich bin für die Arbeitsteilung: Legislative, Exekutive und Karikative.

Fällt Dir ein Trump-Moment ein, an dem er die magische Grenze überschritten hat?

Er hat diese Grenze eigentlich immer überschritten, weil er immer gleichzeitig der politische Kommentator seines Tuns war. Er hat weniger getan, als ständig bewertet, was er tut. Bewertungen müssen aber die anderen vornehmen: die politischen Kommentatoren und dazu zählen auch Karikaturisten.

Michael Pammesberger

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Wie schaut der Hausverstand aus, an den die Regierung ständig appelliert?

Den Hausverstand habe ich noch nie gesehen in Österreich. Es hat sich gezeigt: Mit Hausverstand kommen wir nicht weit. Wir müssen Vorschriften machen und Gesetze, weil er nicht funktioniert.

Der Hausverstand ist also unsichtbar?

Es ist nicht so, dass man ihn nicht sieht, er ist einfach nicht da.

Wer jedenfalls da ist – und das in einer Regelmäßigkeit und Permanenz, ist die türkis-grüne Regierung. Die Politiker nennst du manchmal Mitarbeiter. Wer von den jetzt Regierenden bekommt von Dir ein Mitarbeits-Plus?

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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