Pistorius kam, sah – und verhandelt über Kampfpanzer für die Ukraine

Politik

Deutschland macht seine Entscheidung von jener der USA abhängig – die liefern viel, doch (noch) keine Abrams.

Er war keine Stunde im Amt, da empfing er bereits sein US-Pendant Lloyd Austin, bekräftigte die enge Zusammenarbeit mit der NATO-Führungsmacht und schwor seine Streitkräfte ein: „Ich brauche jeden Einzelnen. Ich brauche die Unterstützung aller. Und ich werde sie auch einfordern“, sagte Deutschlands neuer Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD).

Heute, Freitag, berät er mit der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe auf der US-Militärbasis Ramstein über eine Aufstockung der Militärhilfen für die Ukraine. Im Zentrum der Debatte: Die Lieferung von Kampfpanzern – allen voran des Leopard 2 – an die Ukraine. Weder Austin noch Pistorius äußerten sich am Donnerstag dazu. Pistorius kündigte eine enge Abstimmung mit den USA an.

Der deutsche Kanzler Olaf Scholz will im Gegenzug, dass die US-Regierung dann auch Abrams-Kampfpanzer liefert. Dazu scheint wiederum Washington nicht bereit zu sein, kündigte aber an, in einem weiteren Hilfspaket fast 100 Stryker-Radpanzer als Teil einer Waffen- und Ausrüstungslieferung im Wert von rund 2,5 Milliarden Dollar zu schicken. Auch neue HIMARS-Raketen und Artilleriemunition sollen geliefert werden. Colin Kahl, der oberste politische Berater des US-Verteidigungsministeriums, hatte am Mittwoch gesagt, die USA wären nicht so weit, M1 Abrams-Panzer zu schicken. Er verwies unter anderem auf logistische Probleme, weil die Abrams mit Kerosin betrieben würden.

Einige Länder bereit

Indes wären unter anderem Polen (mit 14 Stück), Finnland und Spanien bereit, der Ukraine Kontingente ihrer Leopard 2 zur Verfügung zu stellen. Fakt ist aber, solange Deutschland kein Grünes Licht für die Lieferung gibt, ist das nicht möglich. Da der Kampfpanzer in Deutschland gebaut wurde, hat Berlin das Vetorecht. Allerdings deutete die polnische Regierung an, die Panzer auch ohne Genehmigung zu liefern. Die deutschen Ampel-Parteien SPD, Grünen und FDP verhinderten am Donnerstag eine Abstimmung über einen Antrag von CDU/CSU, in dem die Leopard-Lieferung gefordert wird. Vor zwei Wochen hatten die USA und Deutschland vereinbart, der Ukraine neben Patriot-Luftabwehrsystemen Schützenpanzer zu liefern.

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Panzer-Kombination

Um am Schlachtfeld erfolgreich zu sein, sind allerdings beide Kampffahrzeuge notwendig: Während der Kampfpanzer mit seiner 120-Millimeter-Kanone über eine hohe Reichweite und Feuerkraft verfügt, soll der Schützenpanzer vor allem Soldaten sicher an die Front bringen können. Er ist allerdings auch aufgrund seiner Bewaffnung effektiv im Kampf gegen Infanterie und leichtere Fahrzeuge: Meist ist er mit Maschinenkanonen und auch panzerbrechenden Lenkflugwaffen bestückt. Der US-Schützenpanzer Bradley wiegt 32,66 Tonnen.

Zum Vergleich: Ein Kampfpanzer Leopard 2A7 bringt bei vollem Gefechtsgewicht mehr als 60 Tonnen auf die Waage. Vom Leopard 2 wurden insgesamt mehr als 3.600 Stück gebaut, darunter mehr als 2.000 in der nun älteren Version Leopard 2A4.

Walerij Saluschnyj, Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine, meinte kürzlich, er brauche 300 Kampf- und 600 bis 700 Schützenpanzer, um tatsächlich eine Trendwende im Ukraine-Krieg einleiten zu können. Armin Arbeiter

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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