Präsidentenwechsel im Rechtsanwaltskammertag: Utudjian löst Wolff ab

Politik

Bisheriger Vizepräsident beim Anwaltstag in Andau an die Spitze gewählt. Wolff ist jetzt Ehrenpräsident.

Der Österreichische Rechtsanwaltskammertag (ÖRAK) hat einen neuen Präsidenten: Der Wiener Wirtschaftsanwalt Armenak Utudjian (58), bisher Vizepräsident, wurde am Donnerstag von der Vertreterversammlung zum Nachfolger des 65-jährigen Salzburgers Rupert Wolff gewählt.

Wolff hat nach elf Jahren als Präsident und insgesamt 20 Jahren im ÖRAK-Präsidium im Rahmen des Anwaltstages im burgenländischen Andau seinen Rückzug erklärt.

APA/ÖRAK/JULIA HAMMERLE

Rupert Wolff war elf Jahre lang Präsident im ÖRAK

Damit repräsentiert Utudjian künftig über 6.900 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sowie 2.300 Anwärterinnen und Anwärter. Ihm zur Seite stehen drei „Vize“ – der Kärntner Bernhard Fink sowie die zwei Wiener Anwältinnen Marcella Prunbauer-Glaser und Petra Cernochov, letztere neu, anstelle von Utudjian.

Kritiker und Mahner

Wolff hat in seinen elf Jahren an der Spitze der Anwaltskammern immer wieder öffentlich die Stimme erhoben, wenn er die Grund- und Freiheitsrechte gefährdet sah. „Wir Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte haben uns einen Namen gemacht als Kritikerinnen und Mahner aller Tendenzen, diesen Rechtsstaat auszuhöhlen. Wir werden gehört und ernst genommen, darauf können wir stolz sein“, konstatierte er bei seinem Abschied.

Der ÖRAK sei als wesentlicher Pfeiler der Justizpolitik etabliert. Die herausfordernden wirtschaftlichen Zeiten würden einen starken wirtschaftlichen Fokus erfordern. Sein Nachfolger stehe insbesondere auch für wirtschaftliche Expertise, sagte Wolff, der per Akklamation zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde.

Neue Impulse

Der neue Präsident würdigte, dass dank Wolff die Anwälte heute „hervorragend positioniert“ seien, um die rechtsstaatliche Zukunft Österreichs und Europas mitgestalten zu können. Er werde versuchen, den eingeschlagenen Weg – mit neuen Impulsen – fortzusetzen. „Der Erhalt und Ausbau des Rechtsstaates ist weiter die vordringlichste Aufgabe als Rechtsanwaltschaft“, versicherte Utudjian.

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Er ist der fünfte Präsident in der 48-jährigen Geschichte der anwaltlichen Dachorganisation. Seine Vorgänger waren Walter Schuppich (1974-1993), Klaus Hoffmann (1993-2002), Gerhard Benn-Ibler (2002-2011) und Rupert Wolff (2011-2022). Utudjian ist seit 1993 als Rechtsanwalt in Wien tätig und langjähriges Mitglied des Ausschusses der Rechtsanwaltskammer Wien. Von 2011 bis 2022 war er Vizepräsident des Österreichischen Rechtsanwaltskammertages, seit 2021 ist er auch Vizepräsident der Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs.

Gewählt werden muss schon 2023 wieder: Denn Wolff hat sich ein Jahr vor Ende seiner vierten (dreijährigen) Funktionsperiode zurückgezogen. Utudjian und die neue Vizepräsidentin Cernochova wurden vorerst nur für dieses eine Jahr gewählt.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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