Rendi und Doskozil: Roter Dampfer auf Versöhnungskurs

Politik

In Kärnten kam es zur Aussprache zwischen SPÖ-Chefin und ihrem Kritiker aus dem Burgenland. Kaiser moderierte das Treffen.

Der rote Dampfer der SPÖ scheint nach dem desaströsen Parteitag und dem offen ausgetragenen Konflikt zwischen Bundesvorsitzender Pamela Rendi-Wagner und Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, wieder auf Kurs. Und welcher Ort wäre besser zur Verkündung der frohen Botschaft, als ausgerechnet ein Schiff.

Am Dienstag lud Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser zum Auftakt der Sommertour von Rendi-Wagner zur Wörtherseerundfahrt. Dass der Herr des Neusiedlersees auch am Kärntner Gewässer Thema sein würde, war klar. Dass Kaiser wenig später mit Folgendem aufhorchen ließ, überraschte dann doch:

Um 9 Uhr habe man sich in St. Margarethen (Bezirk Wolfsberg) zu einem Dreier-Gespräch Kaiser-Rendi-Doskozil getroffen. „Die Unterhaltung dauerte eine Stunde 15, und wir sind übereingekommen, dass es nicht so sehr um einzelne Personen, sondern die Anliegen der Sozialdemokratie gehen sollte“, erklärte Kaiser, der das Treffen moderiert hatte.

Doskozil war dafür extra mit dem Auto nach Kärnten gereist. Warum er nicht an der Schifffahrt um 14 Uhr teilnahm, wurde mit unaufschiebbaren Terminen begründet. Warum ein Foto von der großen Versöhnung fehlt, blieb unbeantwortet.

An Bord der „Thalia“, auf der es zur Besichtigung des Pyramidenkogels ging, war die Bundesparteivorsitzende jedenfalls bemüht zu betonen, wie sehr sie Kaiser für seine Initiative verbunden sei. „Danke, Peter, für diesen ersten Schritt. Wir haben uns darauf verständigt, einen internen Diskussionsprozess zu starten.“

In Zukunft will man sich überhaupt öfters mit allen Landesvorsitzenden der SPÖ treffen, wurde betont. Die weiteren Botschaften, dass das Kärntner Pflegemodell eines für ganz Österreich sei, gingen in den roten Versöhnungswellen der Pressekonferenz unter.

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Zurück zur Basis

Dass Kaiser den Part des Vermittlers und Schlichters übernimmt, hatten viele erhofft. Der Kärntner Landeshauptmann hatte sich nach dem historisch schwachen Abschneiden (75,3 %) von Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner beim Bundesparteitag der SPÖ aber bereits mit klaren, selbstkritischen Worten zu den Vorgängen innerhalb der eigenen Partei zu Wort gemeldet.

„Wir haben wirklich sehr an uns selbst zu arbeiten, um eine chancenreiche Alternative bei den nächsten Nationalratswahlen zu sein.“ Gefolgt von der Aufforderung, die Distanz zwischen Bundespartei und Basis abzubauen. Was Rendi-Wagner mit ihrer Sommertour ganz klar versucht. In Kärnten bleibt die SPÖ-Chefin für zwei Tage. Auf dem Programm steht neben See („Ich habe den Badeanzug mit“) und Theater auch ein Besuch in Völkermarkt. Weiter geht die Tour – mit Unterbrechungen – nach Wien, Tirol und in die Steiermark.

Und Doskozil? Der äußerte sich in einem Heute-Sommerinterview mit dem Sager: „Krieg kann niemals das Ziel sein.“ Auch die Personaldebatte dürfte fürs Erste vorbei sein. Die SPÖ-Chefin merkte auf dem Schiff gegenüber Journalisten an, dass sie Bundesparteivorsitzende bleiben werde: „Das können Sie aus meinen Worten schließen.“

Bleibt nur die Frage offen, wann es Rendi-Wagner zur Bootsfahrt an den Neusiedler See zieht. „In Bälde“, lautete die Antwort.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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