Shutdown in Liverpool: #BorisHatesLiverpool

Politik

Vierwöchiger Shutdown für 1,5 Millionen Einwohner in Nordengland löst Wut und Angst vor Pleiten aus.

Boris Johnson weht ein kalter Nordwind ins Gesicht. „Liverpool ist die einzige Stadt auf der höchsten Lockdown-Stufe, obwohl Fallzahlen in anderen Städten höher sind“, twitterte Shannon, wie auch andere, unter dem Hashtag „#BorisHatesLiverpool“ aufgebracht über ein neues dreistufiges Corona-Warnsystem für England, das der britische Premier vorgestellt hat.

Der Großraum Liverpool, mit circa 1,5 Millionen Einwohnern, ist ab Mittwoch die erste Region, die für zumindest vier Wochen auf die höchste Stufe gestellt wird. Das heißt, Pubs und Bars, die keine Mahlzeiten anbieten, Fitnesscenter, Casinos und Wettbüros müssen schließen. Hochzeitsfeiern sind verboten, unnötige Reisen in die und innerhalb der Region sollen vermieden werden, und Treffen mit Leuten aus anderen Haushalten sind sogar im Freien, bis auf Ausnahmen wie Parks, untersagt.

Johnson lobte „konstruktive“ Gespräche mit Lokalbehörden, aber schien damit alleine auf weiter Flur. Liverpools Bürgermeister Joseph Anderson von der Labour Partei nannte sie „alles andere als ideal“ und sprach vom „Gefühl, nicht angehört zu werden.“

Steve Rotheram, der Bürgermeister der breiteren Region Liverpool-Stadt, meinte sogar: „Die Restriktionen wurden uns von der Regierung diktiert.“ Und: „So kann man nicht regieren.“

Kritiker sagen, das neue System sei weder Fisch noch Fleisch. Viele bezweifeln, dass es die Corona-Bilanz des Landes, eine der schlechtesten in Europa, maßgeblich ändern werde.

Liverpool meldete in der ersten Oktoberwoche fast 600 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, und das zur erweiterten Stadtregion gehörende Knowsley sogar 670. Nottingham, das für manche in Liverpool frustrierenderweise nur auf Stufe 2 steht, zählte sogar 830. Manche aus der Labour-Hochburg und früheren Bergbauregion sagen, der konservativen Regierung sei Liverpool egal. Auch wenn Johnson nach seinem Wahlsieg 2019 in früheren Labourbezirken versprach, Ungleichheiten im Lebensniveau zwischen Nord- und Südengland auszugleichen.

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„Die Wirtschaft und das Gemeinschaftsleben wurden von der Thatcher-Regierung übel zugerichtet“, sagt Chris, der knapp außerhalb der Stadt der Beatles geboren wurde. „Die Region ist ein europäischer Hotspot für Benachteiligung.“

„Hier sind Unternehmen sehr besorgt über die Zukunft und benötigen dringend mehr Unterstützung“, sagt Joe Keggin von der Tourismus-Organisation Marketing Liverpool. Doch London hat bisher nur 15 Millionen Pfund (15,5 Mio €) zugesagt. Georg Szalai, london

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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