Situation an der Front spitzt sich zu: Selenskij sagt Europa-Reise ab

Politik

Das ukrainische Militär musste zu Teil aus der Region Charkiw abziehen – Selenskijs Besuche in Spanien und Portugal fallen darum aus.

Der Vorstoß war erwartet worden, doch die Konsequenzen sind dramatischer als angenommen: Die ukrainische Armee gerät in der Region Charkiw durch die kürzlich gestartete russische Offensive zunehmend in Bedrängnis. Die Truppen der Ukraine mussten sich sich aus einigen Dörfern in der Region zurückziehen, und auch politisch schlägt der Vorstoß Wellen: Präsident Wolodimir Selenskij sagte angesichts der Situationseinen für Freitag geplanten Besuch in Spanien ab, auch der Besuch in Portugal fällt aus.

Eigentlich wollte der ukrainische Präsident in Madrid gemeinsam mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez ein bilaterales Sicherheitsabkommen unterzeichnen. Auch ein Treffen mit König Felipe VI. war geplant. Das wird nun bis auf Weiteres verschoben, offiziell wegen der sich zuspitzenden Lage – ein herber Rückschlag.

Ziel ist die Großstadt Charkiw

In den Gebieten um die Orte Lukjanzi und Wowtschansk hätten sich Einheiten als Reaktion auf feindlichen Beschuss und Angriffe von Bodentruppen „auf günstigere Positionen begeben“, hieß es. Moskau meldete am Dienstag die Einnahme eines weiteren Dorfes in der Region. Die nur etwa 30 Kilometer von der Grenze zu Russland gelegene Stadt Charkiw wurde in den vergangenen Monaten verstärkt beschossen.

Bei der neuen Offensive der russischen Invasionstruppen geraten die ukrainische Verteidiger in der grenznahen Kleinstadt Wowtschansk nach eigenen Angaben zunehmend unter Druck. „Die Lage ist äußerst schwierig“, erklärt der örtliche Polizeichef Olexij Charkiwskyj auf Facebook. Russische Truppen hätten Stellungen in den Straßen der weitgehend zerstörten Stadt bezogen. Die Kämpfe seien heftig.

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EPA/GEORGE IVANCHENKO

Das russische Militär hat bei seiner Offensive in der Region Charkiw zwei weitere Ortschaften erobert. Die Truppen hätten dort die Kontrolle über Hlyboke und Lukianzi übernommen, teilt das Verteidigungsministerium im Moskau mit. Zudem seien die russischen Streitkräfte auch in der südlichen Region Saporischschja vorgerückt und hätten dort die Ortschaft Robotyne eingenommen.

Der ukrainische Generalstab erklärte, die Lage in der Region sei „nach wie vor schwierig“. Jedoch werde es die Armee „den russischen Besatzern nicht erlauben, Fuß zu fassen“. Kiew hat Verstärkung in das Gebiet entsandt, um einen Durchbruch Russlands zu verhindern.

Ausweitung der Front befürchtet

Russland, das seit mehr als zwei Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine führt, hatte in der vergangenen Woche in der Grenzregion mit einer neuen Offensive auf Charkiw begonnen. Infolgedessen besetzten russische Truppen auch mehrere ukrainische Dörfer. Für die Ukraine, die sich angesichts stockender westlicher Hilfen derzeit in einer besonders schweren Lage befindet, geht es nun darum, eine Ausweitung der Front zu verhindern.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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