Thriller-Autor Marc Elsberg: „Geld ist da. Was fehlt, ist der politische Wille“

Politik

Marc Elsberg hat es wieder getan – seit dieser Woche ist sein neuestes Buch im Handel. Im Thriller „EDEN – bevor das Sterben beginnt“ geht es um die Biodiversitätskrise und die Auswirkungen auf die Welt. Nach „Celsius“ (2023) greift der Bestseller-Autor erneut ein Umweltthema auf. Im Interview gibt der gebürtige Wiener Einblick, warum ihm das Thema so wichtig ist.

KURIER: Ihr neuer Roman „Eden“ liest sich wie eine laute Warnung – ist er das, oder eher eine verspätete Diagnose?

Marc Elsberg: Letztlich ist „Eden“ ein Was-wäre-wenn-Szenario. Die Entwicklungen, die ich im Buch beschreibe, sind eigentlich eher Skalierungen von Auswirkungen, die wir in kleineren Dimensionen in der Vergangenheit schon erlebt haben. Und ich probiere aus, was passiert, wenn das noch ein bisschen größer wird.

Welche Szenarien sind das?

Da geht etwa um den rapiden Verlust des Phytoplanktons in einigen wichtigen Fischereigebieten. Das Phytoplankton, der pflanzliche Anteil des Planktons, ist die Grundlage für sämtliche marinen Nahrungsketten. Oder wenn die Soja-Ernte in Südamerika sehr schlecht ausfällt, hat das massive Auswirkungen auf die Viehzucht im Norden, bei uns und in China, die dann kaum mehr leistbar ist.

Aber wenn die Gefahren so eindeutig sind, wie sich die Welt entwickelt, warum zögert die Politik, hier zu handeln?

Da fragen Sie den Falschen! Fragen Sie bitte die Frau Von der Leyen und die ganze Truppe, die den Green Deal jetzt verschoben haben. Fragen Sie unseren Möchte-gern-Umwelt-Klima-was-immer-Minister, der eher ein Umwelt-Klima-Zerstörungsminister ist. Nicht mich.

Aber die Politik gibt uns doch zu verstehen, dass Österreich ein Umweltmusterland ist. Das sehen Sie nicht so?

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Nein. Das hat man ja gesehen bei den Diskussionen rund um die Abstimmung zur Renaturierung oder zur Entwaldungsrichtlinie.

Aber wie erklären Sie sich das? Es ist ja nicht so, dass die Politik nicht verstehen würde, um was es geht.

Ich glaube, es ist eine toxische Mischung – einige Leute wollen das alles nicht glauben. Da gibt es leider immer noch überraschend viele, muss man leider sagen.

Meinen Sie jetzt Politiker oder Bürger?

Beide. Aber eben auch Politiker, die die Dimension einfach nicht glauben wollen. Das sind leider wirklich immer ältere Männer. Und ganz viele wissen nicht, wie das einmal ein EU-Kommissionspräsident gesagt hat, wie sie dann wieder gewählt würden, wenn sie das Richtige machen. Und das hat dann auch wieder mit den Bürgern zu tun. Das ist eine reine Verdrängung der Problematik. Und ein bisschen Feigheit.

Weil es unpopulär wäre?

Ich weiß nicht, ob es wirklich unpopulär wäre. Man ist halt bisher nicht in der Lage, es populär zu machen. Das ist ja das, was ich in „Eden“ versucht habe: zu schauen, ob man über diese Themen vielleicht auf eine andere Art und Weise sprechen kann.

Was denken Sie, was hat die Wissenschaft, was der Journalismus da so falsch gemacht, dass das Thema nicht und nicht ankommt?

Leider, muss man sagen, gibt es schlicht und einfach Unaufmerksamkeit. Es ist einfach bequemer, es laufen zu lassen, wie es immer schon gelaufen ist. Jetzt ist es dummerweise so, dass sich die Welt ziemlich rapide verändert, wir haben sie verändert. Also muss ich Gewohnheiten ändern. Und damit tun sich alle schwer.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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