Unglücklich kommuniziert: Die vielen Pannen des Karl Lauterbach

Politik

Deutschlands Gesundheitsminister sorgte am Wochenende mit einer bedenklichen Aussage für Aufregung – nicht zum ersten Mal.

Jetzt hat er schon wieder den Vogel abgeschossen. Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach erntete für ein Interview in der Rheinischen Post am Wochenende viel Kritik. Er warnte darin vor einer „nicht mehr zu heilenden Immunschwäche“ bei Personen, die sich wiederholt mit Covid-19 infiziert haben. Studien würden zeigen, dass das Immunsystem der Betroffenen häufig rasant altern würde.

Wunder Punkt

Damit traf der Sozialdemokrat einen wunden Punkt bei jenen Menschen, die dem relativ neuen Virus nach wie vor mit Angst un Skepsis begegnen. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Deutschen in naher Zukunft mehrmals an Corona erkrankt sein werden.

Die Sorge vor heftigen und noch unbekannten Nebenwirkungen der Infektionen hat vor Lauterbach bereits Deutschlands bekanntester Virologe Christian Drosten befeuert. Dessen Worte waren zwar noch härter – er sprach von ungeimpften Kindern, die möglicherweise mit 30 das Immunsystem eines 80-Jährigen haben würden – doch im Grunde sagten beide das Gleiche.

Zurückgerudert

Unglücklich gewählt waren vor allem die Daten, auf die Lauterbach und Drosten ihre Thesen stützten. Denn diese dürften wissenschaftlich noch recht unreif sein und die pessimistischen Prognosen daher nicht rechtfertigen. Nach medialen Vorwürfen, er würde den Teufel an die Wand malen, ruderte Lauterbach am Sonntagabend zurück und verwies auf einen „technischen Übertragungsfehler“ in seinem Ministerium: Man kenne die Dauer etwaiger Immunschwächen in Wahrheit nicht.

Die Panne ist jedenfalls nur eine von vielen, die dem Mediziner in seinen etwas über zwei Jahren im Amt bereits passiert sind. Die FAZ bezeichnete ihn etwa schon im April 2022 als den „tragischsten Minister“ in Kanzler Olaf Scholz’ Kabinett, nachdem er das Ende der Isolation von Corona-Infizierten erklärt hatte. Die Ankündigung hielt nicht lange: Einen Tag später war sie nach viel Aufregung schon wieder Geschichte.

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„Konsenspuffer“

Lauterbach gestand sich damals ein, ein „falsches und schädliches“ Signal gesendet zu haben. Der Gesundheitsminister sei nur „der Konsenspuffer einer Koalition, die in der Pandemiepolitik noch nie mit einer Stimme gesprochen hat“, analysierte die FAZ damals.

Unbeliebt machte Lauterbach sich auch bei den Bundesländern, die sich nach seinen Alleingängen zum Teil vernachlässigt fühlten – etwa, als er dem Robert-Koch-Institut im Februar 2022 die Entscheidungsbefugnis über den Genesenenstatus entziehen wollte.

Lauterbachs Kommunikationsdebakel spiegeln sich auch in seinen Beliebtheitswerten wieder. Die sind in seinen knapp zwei Jahren als Minister deutlich gesunken. Dabei hatte Scholz ihn doch vor allem geholt, weil die Bevölkerung so darauf gedrängt hatte. Die kannte ihn schließlich als unerschrockenen Experten aus der Talkshow Markus Lanz.

Nachdem Christine Lamprecht vor einer Woche als Verteidigungsministerin zurücktrat, weil sie sich einen Fauxpas zu viel geleistet hatte, liegt die Aufmerksamkeit nun mehr denn je auf den vielen Pannen Karl Lauterbachs.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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