Von Pilz über Kreutner zur WKStA: Pilnaceks private Laptop-Daten auf Wanderschaft

Politik

Es geht um Vorgänge nach dem Tod des Justiz-Sektionschefs und mögliche politische Interventionen zu seiner Amtszeit.

Monatelang galt er als verschollen: der private Laptop des verstorbenen Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek. Anfang Mai sind zumindest die Daten aufgetaucht. 

Peter Pilz, der mit seinem Online-Medium zackzack als Erster über rätselhafte Vorgänge nach dem Tod Pilnaceks berichtet hatte, übergab sie an Martin Kreutner, der diese auch der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zur Verfügung stellen wollte. Kreutner ist Leiter einer Kommission, die im Auftrag von Justizministerin Alma Zadic mögliche politische Interventionen in der Ära Pilnaceks untersucht.

Im KURIER-Gespräch bestätigt Kreutner, dass er den USB-Stick erhalten hat und erklärt, dass dieser gerade von Fachleuten ausgewertet wird. Zunächst sei man damit beschäftigt gewesen, private Daten von dienstlich relevanten zu trennen. Unklar sei, ob die Daten vollständig oder nur ein Teil sind. 

Details verrät der Kommissionschef freilich nicht. Bis Ende Mai laufen noch Erhebungen. Bis Mitte Juni liefert die Kommission ihren Bericht bei Justizministerin Zadic ab, die diesen – inklusive politischer Ableitungen – dann der Öffentlichkeit präsentieren will. 

Parallel dazu ermittelt die WKStA wegen möglicher Interventionen „im Kreis der ÖVP“, und seit Anfang April auch gegen Beamte des Landeskriminalamts Niederösterreich wegen Missbrauchs der Amtsgewalt bzw. Bestimmung dazu. 

Konkret wird den Beamten vorgeworfen, sie hätten sich nach dem Tod des hochrangigen Justiz-Sektionschefs mehr für seine Daten als für die Umstände seines Todes interessiert. So sollen sie kurz nach dem Fund seiner Leiche am Morgen des 20. Oktober 2023 plötzlich bei seiner Freundin in Rossatz, NÖ, vor der Tür gestanden seien und die Herausgabe von „Handy, Schlüssel und Laptop“ verlangt haben. 

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Bekommen haben sie zumindest Handy und Schlüssel und gaben die Gegenstände später an die Witwe Pilnaceks weiter – was diese im KURIER-Gespräch bestätigte. 

Dass die Polizei, wie Pilnaceks Freundin auf zackzack.at behauptete, weiterhin fieberhaft nach dem Laptop und einem geheimnisvollen USB-Stick gesucht hätte, unter anderem in Pilnaceks Wohnung in Wien, dementierte die Witwe. 

Im KURIER-Gespräch ging sie davon aus, dass die frühere Freundin ihres Mannes den Laptop hat. Sie werde „von Leuten benützt, um an das persönliche Datenmaterial meines Mannes zu kommen“, sagte die Witwe. 

Wie Pilz an die Daten kam, erklärte er in seinem Online-Beitrag, der just am Geburtstag des verstorbenen Sektionschefs veröffentlicht wurde, nicht. In einem weiteren Beitrag wehrte er sich gegen Kritik und erklärte, dass er selbst gerade dabei sei, die Laptop-Daten auszuwerten. 

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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