Wichtigstes PCR-Labor für Land Tirol in Erklärungsnot

Politik

Die Firma HG Labtruck steht im Verdacht, ohne fachliche Grundlage zu arbeiten. Der Anbieter sieht das anders.

Die Pandemie ist nicht nur eine Krise, sie ist auch ein Geschäft. Wie die Liste Fritz in Tirol mit einer Landtagsanfrage aufgezeigt hat, ist dort das Unternehmen HG Labtruck von September bis Ende März ohne Ausschreibung mit PCR-Tests und -Analysen im Umfang von über 8 Millionen Euro beauftragt worden.

Die Kritik ist groß. Doch ein Bericht des Standard wirft nun auch die Frage auf, ob die HG Labtruck – eine Tochterfirma der HG Pharma des Wiener Urologen Ralf Herwig – überhaupt die fachlichen Voraussetzungen für diese Laboranalysen besitzt. Denn für die Befundungen bedürfe es eines Labormediziners, den Herwig zunächst in Augsburg fand, der mit Labtruck aber nie zusammengearbeitet haben soll.

„Das ist mir völlig neu“, sagt Herwig dazu zum KURIER. Man habe gemeinsam die Unterlagen für eine Gemeinschaftspraxis eingereicht. „Für mich ist die Situation so, wie sie vor Monaten war.“

Der Urologe stellt zudem infrage, ob „ein Labormediziner überhaupt nötig ist.“

Das sei eine rechtliche Frage, die es zu klären gelte. „Es sind aber bei uns weitere Ärzte angestellt, die entsprechenden Ersatz bieten könnten.“ Herwig selbst ist die Berufsausübung derzeit von der Ärztekammer untersagt. Er muss sich am Freitag in einem Prozess wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung und des schweren Betrugs verantworten, da er Patienten falsch behandelt haben soll.

Der Vertrag vom Land Tirol mit Herwig lief zunächst bis Ende März. Für die Überbrückung bis zur nun geplanten Ausschreibung der Leistungen wurde dieser noch einmal bis Ende Juni verlängert. Umfasst sei davon kein konkretes Auftragsvolumen. Vielmehr gäbe es auch mit anderen Laboren Verträge.

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Land lässt prüfen

Dass HG Labtruck so ausgiebig zum Zug kam, wird damit begründet, dass Befunde schneller, in guter Qualität und vor allem auch digital geliefert werden konnten. Was die Befugnis für Erbringung dieser Leistungen betrifft, hat Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) angekündigt, dass die Vorwürfe „genau geprüft werden“.

Laut Corona-Einsatzleiter Elmar Rizzoli gab es bei sogenannten Ringversuchen, bei denen stichprobenartig durchgeführte PCR-Tests von anderen Laboren überprüft werden, „überhaupt keine Beanstandungen“. Vor der Zusammenarbeit habe es zudem eine Anfrage an das Gesundheitsministerium gegeben, die positiv beschieden worden sei.

Dort verweist man jedoch lediglich auf eine ordnungsgemäße Meldung laut Epidemiegesetz durch HG Pharma, der allerdings keine Prüfung vorausgeht – sehr wohl aber die Verpflichtung zur Teilnahme an Ringversuchen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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